Istanbul Drei Tote bei Brandanschlag auf Bus


Der Terror in der Türkei nimmt kein Ende. Unbekannte warfen Brandbomben in einen Bus, kurdische Extremisten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mehrere Tote, über 300 Verletzte und hunderte Festnahmen sind die traurige Bilanz der letzten Woche.

Bei einem mutmaßlich von kurdischen Extremisten verübten Brandanschlag auf einen Autobus sind am Sonntagabend in Istanbul drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Berichten des türkischen Fernsehsenders NTV warfen die Unbekannten Brandbomben auf den vorbeifahrenden Bus. Bei einem Ausweichmanöver des Busfahrers seien drei Passanten getötet worden. Fernsehbilder zeigten wie Feuerwehrleute versuchten den brennenden Bus und einen Lastwagen zu löschen, auf den der Omnibus geprallt war.

Nach dem Anschlag versammelten sich laut NTV Sympathisanten der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK am Tatort und riefen pro-kurdische Slogans.

Rund 300 Verletzte

Allein in der Provinzhauptstadt Diyarbakir kamen bei Straßenschlachten mit der Polizei sechs Demonstranten ums Leben, darunter zwei Kinder. In Istanbul zündeten am Freitagabend vermutlich kurdische Extremisten eine Bombe, die nach eigenen Angaben gegen das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte protestieren wollten. Ein Straßenverkäufer starb, 13 weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen schwer. Zu dem Anschlag bekannten sich die "Freiheitsfalken Kurdistans", die dem Umfeld der PKK zugerechnet werden. Bei den seit knapp einer Woche anhaltenden Unruhen wurden rund 300 Menschen verletzt.

Während sich die Lage in Diyarbakir während des Wochenendes entspannte, gab es in anderen Städten der Region Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzte. In Kiziltepe kam dabei am Samstag ein Demonstrant ums Leben, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. In der östlich von Diyarbakir gelegenen Stadt Batman war zuvor ein dreijähriger Junge während eines Polizeieinsatzes von einer Kugel tödlich getroffen worden.

Verletzte und Festnahmen

Die schwersten Unruhen im Kurdengebiet seit Jahren hatten am vergangenen Dienstag während der Beerdigung von PKK-Mitgliedern begonnen, die im Kampf mit der Armee erschossen worden waren. Nach Angaben der Behörden wurden bei den Ausschreitungen allein in Diyarbakir mehr als 250 Demonstranten und Sicherheitskräfte verletzt, weit über 200 Menschen festgenommen.

Die von der Türkei als Terrororganisation eingestufte PKK hatte, bis zur Ergreifung ihres Anführers Abdullah Öcalan 1999 im Südosten der Türkei, einen 15-jährigen Guerillakrieg geführt. Dabei waren mehr als 35.000 Menschen ums Leben gekommen. Das gegen Öcalan verhängte Todesurteil war später in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden.

DPA DPA

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