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Uniklinik Gießen Von wegen Abstand halten: Jens Spahn und Kollegen machen vor, wie es nicht geht


Mindestens 1,5 Meter Abstand – das empfehlen Politiker und Ärzte seit Wochen. Jens Spahn und andere Politiker machten bei einem Besuch in der Uniklinik Gießen allerdings vor, wie es nicht geht.

Da hält sich jemand nicht an die Vorschriften: Auf Twitter verbreitet sich ein Bild, das eine Gruppe von Menschen eng gedrängt in einem Fahrstuhl zeigt. An den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern ist da nicht zu denken. Besonders pikant: Die Gruppe besteht aus Ministern, Ministerpräsidenten und Gesundheitsexperten.

Mit dabei sind Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, dessen Gesundheitsminister Kai Klose, der Chef der hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyr und der Kanzleramtsminister Helge Braun. Also genau jene Politiker, die seit Wochen die Bevölkerung dazu auffordern, soziale Kontakte zu vermeiden und Abstand zu halten.

Social Distancing? 13 Menschen in einem Fahrstuhl

Doch das lässt sich im Alltag offenbar nicht so einfach umsetzen, nicht einmal durch die Ärzte, die die Politiker begleiteten und es eigentlich besser wissen sollten. Insgesamt quetschten sich 13 Menschen in den Aufzug. Das Bild entstand bei einem Besuch in der Uniklinik Gießen. Dort wollten sich die führenden Bundes- und Landespolitiker über die aktuelle Situation in der Coronavirus-Krise informieren.

Zwar trugen alle einen Mundschutz, die so offensichtliche Missachtung der Vorgaben erregte in den sozialen Netzwerken aber Unmut. Nicht nur bei vielen Bürgern, sondern auch bei Politikerkollegen. "Das Photo zeigt sehr genau, wie es nicht gemacht werden sollte. Dazu in einer Uniklinik. Uff. Hoffentlich war niemand infiziert ...", kommentierte der SPD-Gesundheitsexperte Kai Lauterbach.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn reagierte ebenfalls in den sozialen Netzwerken auf die Wellen, die das Bild schlug, und zeigte sich einsichtig: "Ja, das geht besser: auch mit Mundschutz Abstand halten. Und das nächste Mal einfach die Treppe nehmen." Manchmal falle es nicht leicht, den Abstand einzuhalten, fügte er auf einer Pressekonferenz hinzu. "Das sind genau die Dinge des Alltages, wo wir alle weiterhin diszipliniert bleiben müssen und jeden Tag miteinander lernen, wo man es noch ein Stück besser machen kann."

Quellen: Bodo Weissenborn auf TwitterKarl Lauterbach auf Twitter / RTL

epp

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