Kanzlerkandidatur Schröder will sich nicht festlegen


Bundeskanzler Gerhard Schröder lässt eine erneute Kandidatur bei der Bundestagswahl 2006 weiter offen. Diese Frage werde zu gegebener Zeit entschieden, sagte er.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) lässt eine erneute Kandidatur bei der Bundestagswahl 2006 weiter offen. Diese Frage werde zu gegebener Zeit entschieden, sagte er vor Beginn der SPD-Gremiensitzungen in Berlin. Jetzt sei nicht der Zeitpunkt für solche Debatten.

SPD-Fraktionschef Franz Müntefering und Generalsekretär Olaf Scholz hatten sich zuvor überzeugt gezeigt, dass Schröder ein drittes Mal antritt. Scholz sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich glaube ganz fest, dass er die SPD 2006 erneut in den Wahlkampf und zu einem weiteren Wahlsieg führen wird." Müntefering hatte der "Bild am Sonntag" auf die Frage, wer für die SPD kandidieren werde, gesagt: "Für uns natürlich Gerhard Schröder, davon gehe ich aus. Und er wird Bundeskanzler bleiben, weil wir die Wahl gewinnen."

"Jeder ist frei, Interviews zu geben"

Regierungssprecher Bela Anda sagte auf die Frage, ob die Äußerungen der beiden wichtigsten Mitstreiter mit dem Kanzler und SPD-Vorsitzenden abgesprochen worden seien: "Es war so, dass jeder frei ist, Interviews zu geben, und diese Interviews in eigener Verantwortlichkeit geführt worden sind."

Früher hieß es: "Acht Jahre sind ein gutes Maß"

Schröder hatte nach seinem ersten Wahlsieg 1998 - und unter dem Eindruck von 16 Jahren Kohl-Regierung - wiederholt erklärt, er wolle nicht länger als zwei Wahlperioden amtieren: "Acht Jahre sind ein gutes Maß." In den vergangenen Monaten hatte Schröder die Frage jedoch offen gelassen. Laut Beobachtern dürfte es auch wenig förderlich für die anstehenden Reformen sein, wenn Schröder jetzt sein Amtsende ankündigen und möglicherweise zur Mitte der Legislaturperiode einen Nachfolger präsentieren würde.

In der Union ist die SPD-interne Debatte um eine erneute Kandidatur von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Verwunderung aufgenommen worden. Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff meinte, angesichts der negativen Bilanz Schröders bestehe für eine solche Diskussion kein Anlass. Eine weitere Amtszeit Schröders würde das Land nach den Worten Wulffs nur schwer verkraften.

DPA

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