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Twitter-Duell: So lässt Kevin Kühnert die Kritik von Carsten Maschmeyer ins Leere laufen

Seine Thesen zu Wohnraum und Firmen-Kollektivierung haben Kevin Kühnert heftigen Gegenwind eingebracht. Doch dass ihn ausgerechnet der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer auf Twitter attackiert, mochte Kühnert nicht auf sich sitzen lassen.

Twitter-Reaktionen auf Kühnerts Sozialismus-Thesen: "Lenin, Stalin, Kevin. Wir erkennen ein Muster."

Da hat jemand scheinbar in ein Wespennest gestochen: Die Interview-Aussagen von Kevin Kühnert in einem "Zeit"-Interview (Bezahlinhalt), in denen er anregt, große Firmen zu kollektivieren und den Immobilienbesitz zu beschränken, haben ein breites Echo ausgelöst. Neben den Reaktionen aus der Politik, (die Sie hier nachlesen können) wird das Thema selbstverständlich auch in den sozialen Medien gebührend gewürdigt.

Auf Twitter kam es dabei zu einem Aufeinandertreffen der besonderen Art. Ausgerechnet der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer fühlte sich herausgefordert, Kühnerts Aussagen zu kommentieren. In einem Tweet schlug Maschmeyer die Volte vom "Menschenrecht" Wohnen zum "Menschenrecht" Essen – und stellte die rhetorische Frage, ob nun auch alle Restaurants und Supermärkte enteignet werden müssten. Zugleich regte er einen Nachhilfekurs in Wirtschaft für Kühnert an, weil ja schließlich auch Bildung ein Menschenrecht sei.

Kühnert ließ sich nicht lange bitten und konterte mit nur einem Satz: "Ich weiß nicht, ob ich anderen Leuten Wirtschaftsnachhilfe empfehlen würde, hätte ich vergleichbar viele Schädigungen von Kleinanlegern unternehmerisch zu verantworten, wie das bei Ihnen der Fall ist."

Kühnert spielt damit auf die umstrittenen Geschäftspraktiken des Finanzvertriebs AWD an, den Maschmeyer aufgebaut und bis zu seinem Ausscheiden geleitet hatte. Eine Vielzahl von Kleinanlegern hatte damals viel Geld mit von der AWD erworbenen Finanzprodukten verloren.

Reicher, unbeliebter Finanzhai gegen linken Juso – kein Wunder, dass die Twitter-Gemeinde bei diesem Aufeinandertreffen Interesse zeigte und das Duell schnell mehrere – vor allem journalistische Beobachter fand. Dem NDR-Kollegen Martin Motzkau fiel das Scharmützel als Erstem auf.

Was stern-Kolumnist Micky Beisenherz zum Urteil "Deutsche Robin Hood" kommen lässt.

Und "Spiegel"-Redakteur Veit Medick fasst abschließend zusammen: "Man muss das alles nicht teilen, was Kühnert vorschlägt, aber irgendwie sehe ich bislang keinen, der wirklich gut aussieht in der Kritik an ihm."

Kevin Kühnert im Interview mit NEON
kng