Kofferbomben Haftbefehl gegen Verdächtigen aufgehoben


Im Fall des Kofferbomben-Anschlags von Koblenz ist einer der Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Die Bundestaatsanwaltschaft kündigte jedoch weitere Ermittlungen an.

Der Bundesgerichtshof hat den nach den fehlgeschlagenen Kofferbomben-Anschlägen auf Regionalzüge in Koblenz und Dortmund erlassenen Haftbefehl gegen den syrischen Studenten Fadi A.S. aufgehoben.

Der Verdacht gegen den Beschuldigten habe sich durch weitere Ermittlungen nicht erhärtet, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Insbesondere durch die richterlichen Vernehmungen des im Libanon festgenommenen Mitbeschuldigten Jihad H. habe sich der Verdacht nicht derart erhärten lassen, die eine weitere Untersuchungshaft gerechtfertigt hätte, hieß es zur Begründung weiter. Die Untersuchungshaft des in Kiel festgenommenen Hauptbeschuldigten Youssef E.H. dauere hingegen an. Die Bundesanwaltschaft ermittle auch weiterhin gegen alle drei wegen des Verdacht auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des versuchten Mordes in einer Vielzahl von Fällen und des versuchten Herbeiführens einer Explosion.

Mittätern bei der Flucht geholfen

Fadi A.S. war am 25. August in einem Studentenwohnheim in Konstanz festgenommen worden. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft hatte der 23-Jährige seinen Mittätern bei deren Flucht über die Türkei und Syrien in den Libanon geholfen. Er hatte nach diesen Angaben zuvor auch in Kiel gelebt, wo der Libanese Youssef Mohamad E.H. als erster Tatverdächtiger festgenommen worden war. Zusammen mit diesem habe S. im Internet mit seinem Computer nach Anleitungen zum Bombenbau recherchiert. Nach diesen Anleitungen seien die bei den missglückten Anschlägen verwendeten Spreng- und Brandvorrichtungen zusammengebaut worden.

Die in Regionalzügen nach Dortmund und Koblenz deponierten Kofferbomben waren wegen Baufehlern nicht explodiert. Der im Libanon festgenommene Jihad H. hat nach Angaben der libanesischen Regierung ein Teilgeständnis abgelegt und Youssef Mohamad E.H. als Hauptverantwortlichen bezeichnet.

Reuters Reuters

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