Konjunktur-Anschub Lafontaine will 80 Prozent Reichensteuer


Oskar Lafontaine weiß, woher das Geld für das Konjunkturprogramm des Bundes kommen könnte. "Schamlose Einkommen" ab 600.000 Euro im Jahr, so der Parteichef der Linken, sollten mit satten 80 Prozent besteuert werden.

Mit einer "Millionärssteuer" will Linken-Parteichef Oskar Lafontaine ein Konjunktur-Programm zur Bekämfung der Rezession finanzieren. "In der Bankenkrise ist das Auseinanderklaffen der Einkommen Thema der gesamten Bevölkerung", sagte Lafontaine den in Dortmund erscheinenden "Ruhr Nachrichten".

Konkret könnte man den Spitzensteuersatz drastisch auf 80 Prozent anheben, schlug der frühere SPD-Bundesvorsitzende in der "Passauer Neuen Presse" vor. Dies sollte für Einkommen von mehr als 600.000 Euro jährlich gelten: "Das sind Einkommen, die dem 20-fachen des Durchschnittseinkommens entsprechen. Alle schamlosen Einkommen wären erfasst."

Nur ein "Progrämmchen"

In den "Ruhr Nachrichten" plädierte Lafontaine dafür, der Rezession mit Staatsausgaben zu begegnen: "Nur ein massives Programm - die USA und China zeigen das - kann die Rezession noch stoppen." Das jüngst auf den Weg gebrachte Paket der Bundesregierung sei hingegen nur ein "Konjunktur-Progrämmchen".

Vom Washingtoner Weltfinanzgipfel erwartet Lafontaine zumindest "ein oder zwei konkrete Entscheidungen": "Wenn das Austrocknen der Steueroasen und die öffentliche Kontrolle von Rating-Agenturen beschlossen würden, kämen wir schon ein Stück weiter." Außerdem sprach sich der Linke-Chef für eine Börsenumsatzsteuer aus. In Höhe von einem Prozent hätte diese seiner Meinung nach im vergangenen Jahr in Deutschland Mehreinnahmen von 70 Milliarden Euro gebracht.

DPA/AP AP DPA

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