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Immer mehr Besucher Konzerte mit rechter Musik sind im Aufwind

Deutschland rückt auch musikalisch nach rechts: Die Besucherzahlen auf Rechts-Rock-Konzerten steigen (Symbolfoto)
Deutschland rückt auch musikalisch nach rechts: Die Besucherzahlen auf Rechts-Rock-Konzerten steigen (Symbolfoto)
© Florian Schuh/DPA
Tausende Menschen haben in diesem Frühjahr Auftritte rechter Musiker besucht. Neue Zahlen der Bundesregierung belegen einen Anstieg der Besucherzahlen.

Die Teilnehmerzahl an Nazikonzerten ist mit 6.644 zwischen April und Juni 2016 die höchste von Behörden genannte Zahl seit langem. Liederabende wurden von insgesamt 891 Personen besucht. Das steht in einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke, die dem stern exklusiv vorliegt. Seit 2009 fragt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulla Jelpke, regelmäßig nach den Teilnehmerzahlen. Im Jahr 2015 besuchten im gleichen Zeitraum 3970 Teilnehmer Rechts-Rock-Konzerte und 960 gingen zu rechten Liederabenden. 

"Im Mai kamen allein 3.500 Nazis zu einem Konzert in Thüringen", sagt Jelpke. Offenbar gelinge es der Naziszene wieder, auch große Events für die Szene zu organisieren. "Rechts-Rock ist für viele Jugendliche der Einstieg in die Naziszene und nur zu häufig wurde über die zu Gewalt aufrufende Wirkung dieser Musik berichtet", sagt Jelpke. Wenn die rechtsextremistischen Musikveranstaltungen offen angekündigt werden, können die Behörden diese besuchen und die Besucherzahl leicht ermitteln.

Nur drei Rechts-Rock-Konzerte wurden verboten

So fanden laut Bundesregierung  allein im zweiten Quartal 24 Konzerte und 23 Liederabende in Deutschland statt. Insgesamt 25 Veranstaltungen werden offen aufgelistet, elf davon in Thüringen. Die genannten Namen der aufgetretenen Bands und Liedermacher werden an dieser Stelle nicht wiederholt.

Unter Hinweis auf eine mögliche Gefährdung von V-Leuten in der rechten Szene macht die Bundesregierung zu 22 Veranstaltungen keine näheren Angaben. Diese Events wurden laut den Behörden "konspirativ angekündigt und vorbereitet".

Lediglich drei rechte Konzerte wurden im zweiten Quartal 2016 bereits im Vorfeld verboten. Zu sieben Konzerten reisten deutsche, rechtsextremistische Gruppen und Liedermacher ins Ausland. Und die Festival-Saison ist noch lange nicht vorbei.


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