Kosovo-Friedenstruppe Deutscher ist neuer Kommandant


Deutschland hat die Führung der Kosovo-Friedenstruppe übernommen. Verteidigungsminister Jung ist zur Kommandoübergabe an Generalleutnant Roland Kather nach Prizren gereist.

Der deutsche Generalleutnant Roland Kather hat den italienischen General Giuseppe Valotto als Kommandant der Kosovo-Friedenstruppe KFOR abgelöst, der die multinationale Truppe seit September 2005 geführt hatte. Die Bundeswehr hat rund 2900 Soldaten im Kosovo stationiert. Sie werden vor allem im Süden eingesetzt, wo die Bundeswehr eine multinationale Einsatzgruppe mit Hauptquartier in Prizren führt. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung ist zur Kommandoübergabe nach Prizren gereist. Kather war bislang Kommandeur der 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig.

Insgesamt umfasst die Nato-Friedenstruppe 17.000 Soldaten aus 35 Ländern. Deutschland hatte bereits 1999/2000 mit General Klaus Reinhardt und 2003/2004 mit Generalleutnant Holger Kammerhoff den KFOR-Befehlshaber gestellt.

Deutschland besetzt Spitzenämter

Außerdem ist vom 1. September an der deutsche Diplomat Joachim Rücker Leiter der UN-Verwaltung (UNMIK) im Kosovo. Damit besetzen zwei Deutsche Spitzenämter in der Provinz. Die deutschen Soldaten werden hauptsächlich im Süden der Provinz eingesetzt, wo die Bundeswehr eine multinationale Task Force mit Hauptquartier in Prizren führt. Etwa 160 deutsche Soldatinnen und Soldaten dienen im KFOR-Hauptquartier in Pristina.

Die Bundeswehr werde auch ungeachtet ihres geplanten Nahost-Einsatzes zunächst auch im Kosovo in unverminderter Stärke präsent bleiben. Das hatte Verteidigungsminister Jung in Prizren versichert, der zweitgrößten Stadt in der formal noch zu Serbien gehörenden Provinz. Über den künftigen Status der Provinz verhandeln Kosovo-Albaner und Serben seit Februar in Wien. Kosovo ist zu mehr als 90 Prozent von Albanern bewohnt. Sie streben die Unabhängigkeit an, was Serbien strikt ablehnt. Jung erklärte: "Die Lage ist fragil." Er hoffe, dass die Statusverhandlungen noch in diesem Jahr beendet werden können. Auf die Frage, wie lange und in welcher Stärke die Bundeswehr in der Provinz bleiben müsse, sagte der Minister, es seien keine Änderungen vorgesehen: "Hier dürfen keine falschen Signale gesendet werden", betonte der CDU-Politiker.

Der Minister appellierte an Albaner und Serben, rasch eine politische Lösung für das Kosovo zu finden. "Dazu gehört, dass man gemeinsam aufeinander zugeht." Die Menschen brauchten wieder eine wirtschaftliche Perspektive. Bis zu 80 Prozent der Kosovo-Albaner sind arbeitslos.

Reuters/AP AP Reuters

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