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Krisenstab: 24-Stunden-Soforthilfe der Regierung

Der Krisenstab des Auswärtigen Amts hilft Deutschen im Ausland bei Notsituationen. Er tagt nicht regelmäßig, tritt aber bei Krisen und Katastrophen flexibel und unverzüglich zusammen und koordiniert Hilfe.

Mit einem Krisenstab reagiert das Auswärtige Amt (AA) in Berlin flexibel auf sich zuspitzende aktuelle Entwicklungen. Gebildet wird ein solcher Krisenstab aus dem 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr besetzten Krisenreaktionszentrum - um Informationen zu bündeln, Kontakte herzustellen und Fachwissen einzubringen.

Er tagt nicht ständig, kann aber unverzüglich zusammengerufen werden. Grundlage dafür ist der Erkenntnisstand des ständig besetzten Krisenreaktionszentrums im Auswärtigen Amt. Während der Entführung seines früheren Leiters Jürgen Chrobog und seiner Familie kam das Gremium täglich zusammen.

Sicherheitsexperten, Juristen und Kenner der Region

Der Ende November 2005 wegen der im Irak entführten Deutschen Susanne Osthoff gebildete Krisenstab etwa bestand zunächst aus sechs Mitarbeitern - Kenner der Region, Juristen und Sicherheitsexperten. Geleitet wurde das Gremium von Staatssekretär Klaus Scharioth. Bei Bedarf konnte es schnell auf zwölf oder gar 18 Mitarbeiter aufgestockt werden.

Bei Katastrophen, denen eine unbestimmte Zahl Deutscher zum Opfer gefallen ist oder sein könnte, wird eine Hotline eingerichtet. Bei einem Fall, wo es auf diskrete, aber effektive internationale Zusammenarbeit ankommt, schottet das Amt den Stab komplett nach außen ab.

Ziel ist die Koordinierung aller Maßnahmen und die Möglichkeit zu schnellen Reaktionen auf Überraschungen. Zum Beispiel muss schnelle medizinische Hilfe möglich sein. Oder die Rückkehr Freigelassener aus einem Land ist zu organisieren, in das Deutschland keine Soldaten schickt. Auch die Einteilung ortskundiger Kräfte von den örtlichen Botschaften und Konsulaten muss geregelt werden, um Doppelungen und Leerlauf zu vermeiden. Im ständigen Kontakt mit den Angehörigen müssen auch in der Heimat ungewollte Entwicklungen vermieden werden.

DPA/AP / AP / DPA
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