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Landtagswahl in Baden-Württemberg: Es wird ernst für die Grünen

Zeitenwende: Erstmals wird ein Grüner Ministerpräsident - und das im konservativen Baden-Württemberg. Doch Winfried Kretschmann ahnt, dass die Sache nicht so leicht werden wird.

Von P. Elsbrock, S. Kemnitzer, L. Kinkel

Schlag 18.33 Uhr betritt ER den Raum. Der Mann, der das beste Ergebnis der Grünen seit ihrem Bestehen eingefahren hat. Der zum ersten grünen Ministerpräsidenten der Bundesrepublik gewählt werden wird. Der die Trutzburg der CDU geschleift hat. Es ist ein historischer Moment. Die Ankunft der ehemaligen Nicht-Partei in der Mitte der Gesellschaft. Winfried Kretschmann ist hier. Studierter Lehrer, Wandersmann und gläubiger Katholik. Hallelujah!

Hunderte Anhänger drängen sich im Württembergischen Kunstverein, die meisten tragen "Atomkraft, Nein Danke!"-Buttons und Anti-Stuttgart-21-Sticker. Der ebenerdige Raum ist viel zu klein für diese Party, vor der Tür bilden sich lange Schlangen, in 200 Metern Entfernung dämmert der Stuttgarter Landtag in den Abend. Kretschmann könnte jetzt die Finger zum Victory-Zeichen formen, er könnte die Faust ballen, zum Himmel jubeln, den Saal kochen lassen. Aber er hebt einfach nur die Arme. Und sagt ein paar wohlgesetzte Wort. "Wir haben die historische Wende in diesem Land erreicht", sagt Kretschmann. Er wolle den Weg in die Bürgergesellschaft gehen, das Land umgestalten und die Leute zusammenführen. Jetzt sei der Augenblick des Feierns. "Aber morgen geht es an die Arbeit".

Koch und Kellner

Schlag 18.40 Uhr verlässt Kretschmann den Saal. Bodyguards begleiten ihn hinüber zum Landtag. Dort liegt seine Zukunft. Seine Anhänger laben sich noch an der Vergangenheit. Sie skandieren "Mappus weg!" und "Oben bleiben!", die beiden Schlachtrufe der grünen Opposition, gegen den alten Ministerpräsidenten, gegen das Megaprojekt S21. Kretschmann ahnt wohl, dass es so schön und so einfach nie mehr sein wird. Er wird nun regieren müssen, ohne Regierungserfahrung zu haben. Er wird nun Kompromisse schließen müssen, weil er mit der SPD koaliert. Und er wird unter strengster Dauerbeobachtung stehen. Schon an diesem Abend wirkt er wie einer, der sich noch nicht ganz sicher ist, ob ihn das Schicksal an den richtigen Ort verfrachtet hat. Jetzt beginnt der grüne Ernst des Lebens.

In Berlin, in der Parteizentrale der Grünen, ist nicht ein Hauch der Kretschmannschen Bedächtigkeit zu spüren. Claudia Roth, die Parteichefin, boxt vor Freude Löcher in die Luft. Und wenn sie nicht gerade Luftlöcher boxt, umarmt sie jeden, der ihr in die Finger kommt. "Es ist ein Tag, der die politische Landschaft in der Bundesrepublik nachhaltig verändert hat", jubelt Roth. Auch Jürgen Trittin ist zur Wahlparty gekommen, Chef der Bundestagsfraktion und ein eher kühler Stratege. Heute jedoch ist ihm das Grinsen im Gesicht festgewachsen. Er war schon zu Zeiten der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder dabei, damals, als die SPD Koch und die Grünen Kellner waren. Es dauerte bis zum Jahr 2010, als ein führender Sozialdemokrat, es war Olaf Scholz, sagte, nun würden sich beide Parteien auf Augenhöhe begegnen. 2011 sind die Sozis Juniorpartner der Grünen. Im Musterländle der Republik, in einer der wirtschaftlich potentesten Regionen Europas. Das ist eine politische Genugtuung der Extraklasse.

Testfall S21

Niemand unter den Grünen leugnet, dass die Nuklearkatastrophe in Japan die aktuellen Wahlen massiv beeinflusst hat. Aber sie empfinden das nicht als Malus, sondern als Bestätigung ihrer strikten Ablehnung der Atomkraft, gegen die sie Jahrzehnte gekämpft haben. Vor einer Woche holten die Grünen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 7,1 Prozent und zogen erstmals seit 1994 wieder in den Landtag ein. Auch in Rheinland-Pfalz waren sie nicht im Parlament, räumten nun 15,4 Prozent ab und sind der designierte Koalitionspartner von Kurt Beck (SPD). Damit sind die Grünen auch in den großen Flächenländern wieder im politischen Geschäft: Sie regieren in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit. Im September will Renate Künast eine weitere, prestigeträchtige Landesregierung kapern: Sie möchte Erste Bürgermeisterin von Berlin werden. Den Umfragen zufolge hat sie zumindest eine Chance.

Das freut die einen und macht die anderen vorsichtig. Denn regieren ist schwerer als opponieren - wie schnell sich Parteien entzaubern, hat die FDP im vergangenen Jahr modellhaft vorgelebt. Und es ist nicht so, als lägen nicht auch in Baden-Württemberg genug Fußangeln für die Grünen im Weg. Der Umgang mit Stuttgart 21 wird ein erster Testfall sein. Draußen, nicht weit entfernt vom Württembergischen Kunstverein, sind in der Wahlnacht wieder Demonstranten aufgezogen. Sie wollen den Baustopp, jetzt. Die SPD will ihn nicht. Kretschmann wird verhandeln müssen. Und es wird nicht leicht werden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(