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PK zur Lkw-Attacke: Polizei und Staatsanwaltschaft liefern Fragen statt Antworten

Berlin ist Ziel eines Terroranschlags geworden. Ein Verdächtiger ist gefasst, streitet die Tat jedoch ab. Auf Pressekonferenzen informierten Polizei und Politik über die aktuellen Ermittlungsergebnisse. Der stern berichtete live.

Der Generalbundesanwalt Peter Frank und (l.) BKA-Chef Holger Münch

Der Generalbundesanwalt Peter Frank und (l.) BKA-Chef Holger Münch

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin ist der schreckliche Höhepunkt einer ganzen Reihe von Attacken und Gewalttaten, die das Jahr 2016 auch in Deutschland prägten. Wie konnte es dazu kommen? Wer ist der Täter? Welche Motive hatte er? Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Innensenator Andreas Geisel, die Staatsanwaltschaft und die Polizei versuchten die Fragen auf einer Pressekonferenz zu beantworten. Doch es blieben mehr Fragen offen, als beantwortet wurden. Denn die Ermittler haben inzwischen Zweifel an der Schuld des Verdächtigen, der festgenommen worden ist. "Es ist nach meinem Stand unsicher, ob es wirklich der Fahrer war", sagte der Berliner Generalstaatsanwalt Ralf Rother.

Auch die nachfolgende Pressekonferenz der Generalanwaltschaft und des Bundeskriminalamts brachte nur wenig Licht ins Dunkel. Man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass der Festgenommene möglicherweise nicht der Täter ist, so Generalbundesanwalt Peter Frank. Die Frage, ob die Tat von einem Einzeltäter durchgeführt wurde oder er Unterstützer hatte, konnte ebenfalls noch nicht beantwortet werden. Selbst die Personalien des Festgenommenen konnten bislang offenbar nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Denn die Angaben, die er bei seiner Einreise nach Deutschland gemacht hat, könnten falsch sein.

Die Pressekonferenz im stern-Liveblog

  • Ellen Ivits
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    Nach wie vor bestehen also Zweifel daran, dass der festgenommene Verdächtige der Täter ist. Die Polizei konnte seine Spur vom Tatort bis zum Ort seiner Festnahme nicht lückenlos verfolgen. Derzeit wird das Handy des Verdächtigen untersucht.

  • Ellen Ivits
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    +++ Die Pressekonferenz ist beendet +++

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    Zum Todeszeitpunkt des polnischen Lastwagenfahrers kann der Generalbundesanwalt noch keine Angaben machen. Die Obduktion sei noch nicht beendet, so Frank.

  • Ellen Ivits
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    In der islamistische Szene gebe es eine starke Resonanz auf die Tat, erzählt Münch.

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    Auf die Frage, ob der Verdächtige eindeutig identifizeirt werden konnte, beantwortet der Chef des Bundeskriminalamt Münch mit Ja. Ob die Personalien stimmen, die der Mann bei seiner Einreise nach Deutschland einreiste, stimmen, sei allerding fraglich.

  • Ellen Ivits
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    Kandt hält es für gut möglich, dass ein Einzeltäter den Anschlag verübt hat. Die Lkw-Entführung und die Durchführung wären technisch nicht sehr aufwendig. "Das hätte eine Person allein gekonnt."

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    Während die Pressekonferenz andauert, findet auf dem Breitscheidplatz eine Schweigeminute statt.

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    Kandt erklärt, warum es Zweifel an der Täterschaft des Festgenommenen gibt. Seine Spur konnte nämlich nicht lückenlos vom Tatort bis zum Ort seiner Festnahme verfolgt werden.

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    Klaus Kandt, der Polizeipräsident von Berlin, behauptet das die Gefahr nicht größer geworden ist, als sie gestern gewesein sei. "Sie hat sich nur realisiert."

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    Ein Journalist erkundigt sich, ob der Generalbundesanawalt selbst heute Abend auf einen Weihnachtsmarkt gehen würde. Er verneint.

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    Unter den Opfern sind inzwischen sechs Personen identifiziert worden. Es handele sich um deutsche Staatsangehörige, sagt Münch.

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    Münch stellt klar, dass weiterhin in alle Richtungen ermittelt wird.

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    Es bestehe die Gefahr von Nachahmungstaten, sagt der Chef des Bundeskriminalamts.

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    "Wenn man sich anschaut, welche Anleitungen vom IS für Anschläge verbreitet werden, ist die Zahl der Ziele sehr groß", sagt Münch. Jede Gefahrenstelle könne nicht abgesichert werden.

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    Er konstatiert, dass die Sicherheitslage weiter angespannt bleibt.

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    Holger Münch, der Chef des Bundeskriminalamts, ergreift das Wort.

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    Der Täter ist also möglicherweise noch auf freiem Fuß.

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    Die Generalstaatsanwaltschaft hat noch keine Kenntnisse darüber, ob die Tat von einem Einzeltäter verübt wurde oder ob er Unterstützer hatte. Es sei möglich, dass der Festgenommene nicht der Täter ist. Man müsse sich mit diesem Gedanken vertraut machen, so Frank.

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    Der polnische Lastwagenfahrer wird im Moment noch obduziert.

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    "Wir müssen von einem Terroranschlag ausgehen", sagt Frank. Das Vorgehen erinnere an die übliche Vorgehensweise der Dschihadisten. Aber es gebe noch kein Bekennervideo.