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Selbst gebaute Zündvorrichtung: Zwölfjähriger versuchte, Bombe auf Weihnachtsmarkt zu zünden

Ein zwölfjähriger Junge soll versucht haben, einen Anschlag mit einer Nagelbombe auf einen Weihnachtsmarkt zu verüben. Was geschieht mit einem Kind, das unter Terrorverdacht steht? Die Bundesregierung ist schockiert.

Der Schriftzug "Lichterzauber" steht in Ludwigshafen an einem Eingang des Weihnachtsmarktes

Ein zwölfjähriger Junge hat angeblich versucht, einen Bombenanschlag auf dem Ludwigshafener Weihnachtsmarkt und in der Nähe des Rathauses zu verüben

Ein religiös radikalisierter Zwölfjähriger hat einem Medienericht zufolge versucht, einen Nagelbombenanschlag auf den Weihnachtsmarkt im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen zu verüben. Das Magazin "Focus" berichtet unter Berufung auf Justiz- und Sicherheitsbehörden, der Junge sei dabei womöglich von einem unbekannten Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat "angestiftet oder angeleitet" worden. Da der Sprengsatz nicht gezündet habe, sei es nicht zur Explosion gekommen.

Dem Bericht zufolge ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Der in Ludwigshafen geborene Zwölfjährige habe am 5. Dezember einen Rucksack mit einer selbst gebauten Zündvorrichtung in einem Gebüsch nahe dem Rathaus seines Geburtsorts deponiert.

Sichere und gefährliche Reiseländer


In dem Rucksack habe sich ein Konservenglas mit aufgebohrtem Loch befunden, aus dem ein Draht geragt habe, hieß es weiter. Es sei mit Sprengpulver gefüllt gewesen, von außen seien mit Klebeband Nägel angebracht gewesen. Ein Passant habe den Rucksack entdeckt. Schon einige Tage davor soll der wegen seines Alters strafunmündige Junge versucht haben, den Sprengsatz auf dem Weihnachtsmarkt zu zünden. Der Junge sei nach seiner Ergreifung in einem Jugendheim untergebracht worden.

Regierung findet Verdacht erschreckend

Die Bundesregierung ist alarmiert über den Verdacht gegen den Jungen. "Das ist natürlich eine Meldung, die jeden aufschrecken lässt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Weiter wolle er sich zu dem Fall nicht äußern. Er sagte: "Ich halte ich es für das Richtige, den Generalbundesanwalt ermitteln zu lassen."

Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte, nur weil jemand nicht strafmündig sei, bedeute dies noch lange nicht, "dass keine Strafbarkeit vorliegt". Schließlich sei es, wenn ein Hund einen Menschen beiße, auch nicht so, dass dafür dann niemand bestraft werden könne.

jen / AFP / DPA