MAIFEIERTAG Erste Krawalle in Berlin und Hamburg

Schon in der Walpurgisnacht ist es zu ersten schweren Krawallen in Berlin und Hamburg gekommen. Eine Berlinerin wurde schwer verletzt.

In Berlin sind in der Nacht zum 1. Mai bei Krawallen am Rande von Volksfesten zur Walpurgisnacht zahlreiche Menschen verletzt worden, darunter Polizeiangaben zufolge im Stadtteil Prenzlauer Berg eine Passantin schwer. In Kreuzberg seien bei Auseinandersetzungen mit einer Gruppe von Plünderern 21 Polizisten verletzt worden. Im Stadtteil Prenzlauer Berg wurden 62 Polizeibeamte verletzt. Auch in Hamburg zogen 500 Menschen in nicht genehmigten Zügen durch das Schanzenviertel.

Frau von Bierflasche am Kopf getroffen

Die junge Frau sei von einer Bierflasche getroffen worden und habe reanimiert werden müssen, teilte die Polizei weiter mit. Mit schweren Kopfverletzungen sei sie ins Krankenhaus gebracht worden. Auch einer der 21 in Kreuzberg verletzten Beamten befinde sich in stationärer Behandlung. In beiden Stadtbezirken wurden mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. In Kreuzberg vier und im Prenzlauer Berg 25.

Großes Feuer auf der Eberswalder Straße

Die Polizei bezeichnete die Zusammenstöße im Stadtteil Prenzlauer Berg als die schwersten seit 1998. Eine Gruppe von rund 500 Angehörigen der linken autonomen Szene habe auf der Eberswalder Straße ein großes Feuer entzündet. Als die Feuerwehr den Brand löschen wollte, wurde sie den Angaben zufolge mit Flaschen, Steinen und anderen Wurfgeschossen empfangen. Die Polizei sei daraufhin mit zwei Wasserwerfern und einer Hundertschaft von Beamten gegen die Randalierer vorgegangen. Es habe 45 Minuten gedauert, bis der Brand gelöscht und die Straße geräumt gewesen sei.

In Kreuzberg hatten den Angaben zufolge etwa 200 Menschen nach Ende eines Konzertes auf dem Oranienplatz einen Supermarkt gestürmt. Als Polizisten gegen die Plünderer vorgingen, seien sie massiv mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Lage habe sich jedoch schnell wieder beruhigt, sagte eine Polizeisprecherin. Ein »Bündnis für einen politischen und polizeifreien 1. Mai« hatte am Abend der Polizei zufolge auf dem Platz ein Konzert veranstaltet. Die meisten der 7000 Besucher der Veranstaltung, bei der unter anderem die Hip-Hop-Band »Fettes Brot« auftreten sollte, hatten den Platz den Angaben zufolge bereits vor Beginn der Plünderung verlassen.

Hamburg: 20 Randalierer festgenommen

Bei schweren Krawallen im Hamburger Schanzenviertel hat die Polizei in der Nacht zum 1. Mai 20 Randalierer in Gewahrsam genommen. Insgesamt seien rund 500 Menschen in nicht genehmigten Zügen stundenlang durch den Stadtteil gezogen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Demonstranten hätten Barrikaden errichtet und angezündet.

Um 4.45 Uhr war »der Spuk vorbei«

Außerdem seien Beamte mit Steinen beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde dabei jedoch niemand. Die Beamten setzten Wasserwerfer ein, mit denen auch die brennenden Barrikaden gelöscht wurden. Die Rangeleien zwischen den Randalierern und der Polizei hatten bereits am Dienstagabend begonnen. Von 3.30 Uhr am Mittwochmorgen an habe sich die Lage allmählich beruhigt, sagte der Sprecher. Um 4.45 Uhr sei »der Spuk« vorbei gewesen und Ruhe eingekehrt.

Polizei sieht sich gut vorbereitet

Die Polizei war nach eigenen Angaben gut auf die bereits aus früheren Jahren bekannten Gewalttätigkeiten zum 1. Mai vorbereitet und hatte mehrere Hundertschaften im Einsatz. »Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht«, hieß es am Morgen nach den Krawallen aus der Einsatzzentrale.

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