Münteferings Verabschiedung Ein Fußball von der Kanzlerin


Jetzt ist er weg. Franz Müntefering ist vom Bundeskabinett als Arbeitsminister verabschiedet worden, sein Nachfolger Olaf Scholz wurde vom Bundespräsidenten ernannt. Kanzlerin Angela Merkel, bekannt für bisweilen wohl pointierte Ironie, überreichte Müntefering ein schwarz-rotes Abschiedsgeschenk.

Das Bundeskabinett hat den bisherigen Arbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) am Mittwoch nach zwei Jahren im Amt verabschiedet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brachte ihm ein "herzliches Dankeschön" für die Zusammenarbeit entgegen und schenkte ihrem bisherigen Stellvertreter einen Fußball. "Sie sind einer der Architekten dieser großen Koalition", sagte Merkel zu Beginn der Kabinettssitzung in Berlin. "Für dieses Land ist eine Menge auf den Weg gebracht, das ist Ihnen zu verdanken."

Manchmal hätten sie beide sich auch gekabbelt, aber das gehöre dazu, sagte die Kanzlerin. Merkel wünschte Müntefering "alles Gute auf den weiteren Wegen". Der Arbeitsminister hatte seinen Rücktritt vor einer Woche mit der schweren Erkrankung seiner Frau begründet. Müntefering bekam einen Fußball von Merkel, der mehr rot als schwarz war. "Es gibt nur eine wirkliche Grundfarbe: das ist rot", sagte der 67-Jährige und bedankte sich "ganz herzlich", ohne näher auf die Koalition einzugehen.

Merkel traf mit ihm vor der Kabinettssitzung zum letzten Mal zur vertraulichen Abstimmung unter vier Augen zusammen. Auf der Tagesordnung der Ministerrunde stand ein Bericht zur Rentenversicherung, der Entwurf zur Änderung des Waffenrechts und eine Stellungnahme über Herointherapie für schwer Drogenabhängige. Müntefering erhielt am Vormittag von Bundespräsident Horst Köhler die Entlassungsurkunde erhalten. Anschließend erhielt der SPD-Politiker Olaf Scholz, bisher Franktionsgeschäftsführer der SPD im Bundestag, aus den Händen des Staatsoberhauptes seine Ernennungsurkunde als Nachfolger Münteferings.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker