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Multiplex statt Audimax: Zahl der Studienanfänger steigt auf über 500.000

Kürzere Schulzeit und keine Wehrpflicht mehr: Die deutschen Hochschulen verzeichnen einen beispiellosen Ansturm. Rekorde gibt es bei der Zahl der Studienanfänger und der Studenten insgesamt.

Die Zahl der Studienanfänger an deutschen Hochschulen hat in diesem Jahr eine Rekordhöhe erreicht. 515.800 Menschen begannen ein Studium, das waren 16 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Hauptgründe für den Ansturm auf die Hochschulen sind vor allem die doppelten Abitur-Jahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Aussetzung der Wehrpflicht.

In diesem Jahr nahmen - höchst wahrscheinlich wegen des Endes der Wehrpflicht - deutlich mehr junge Männer ein Studium auf als junge Frauen. Die Zahl der männlichen Studienanfänger erhöhte sich nach Angaben des Bundesamts um 23 Prozent, während es bei den weiblichen Erstsemestern nur ein Plus von neun Prozent gab.

Die Studienanfängerquote, also der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung, lag im Studienjahr 2011 bei 55 Prozent und damit zehn Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Besonders viele Studienanfänger gab es in diesem Jahr in Bayern (plus 32 Prozent), in Nordrhein-Westfalen (plus 22 Prozent) und Niedersachsen (plus 19 Prozent). Im laufenden Wintersemester 2011/2012 studieren an den Hochschulen insgesamt rund 2,4 Millionen Menschen. Dies sind knapp acht Prozent mehr als im vorherigen Wintersemester.

Einen besonders deutlichen Anstieg bei den Studienanfängern verzeichneten in diesem Jahr technische Studiengänge. In Maschinenbau/Verfahrenstechnik gab es ein Plus von 21 Prozent, in Informatik von 18 Prozent, in Elektrotechnik von 22 Prozent und in Bauingenieurwesen von 23 Prozent.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wertete den deutlichen Anstieg bei den Studienanfängern als "sehr gutes Zeichen". "Das große Interesse am Studium ist ein ermutigendes Signal gegen den Fachkräftemangel und für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", erklärte Schavan. Besonders erfreut zeigte sie sich über den Zuwachs in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Diese Fächer seien "besonders wichtig", um dem Fachkräftemangel in zentralen Zukunftsfeldern zu begegnen.

AFP / AFP