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Nach Bombodrom-Entscheidung: Wulff fordert Schließung der "Nordhorn Range"

Wenn es in Brandenburg kein Bombodrom gibt, dann darf es auch in Niedersachsen keins geben. Das zumindest findet Ministerpräsident Christian Wulff: Er fordert, dass auch der Luft-Boden-Schießplatz "Nordhorn Range" geschlossen werden soll. Die Bundesregierung weist das zurück.

Nach der Entscheidung gegen die Nutzung des Bombodroms in Brandenburg durch die Bundeswehr fordert auch Niedersachen die Schließung seines Luft-Boden-Schießplatzes "Nordhorn Range". "Wir erwarten die Verlagerung der Einsätze ins Ausland und in Simulatoren und damit die Aufgabe unseres Platzes", sagte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) der Zeitung "Die Welt". Da die Bundeswehr durch die Aufgabe des Bombodrom-Plans eine gleichmäßige Lastenverteilung verhindert habe, sei nichts anderes vertretbar, erklärte Wulff.

Die Bundesregierung wies Forderungen nach der Schließung weiterer Luftwaffen-Übungsplätze in Deutschland zurück. Es sei allgemein bekannt, dass die Luftwaffe Übungsplätze gerade im Hinblick auf Auslandseinsätze benötige, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriumsn. Übungsmöglichkeiten sollten auch in Deutschland vorgehalten werden. Er wies darauf hin, dass derzeit bereits 75 Prozent aller Übungen im Ausland stattfänden. 2007 habe es insgesamt 1.650 Einsätze gegeben, im niedersächsischen Nordhorn dagegen nur 318, im bayerischen Siegenburg 95.

Der Sprecher von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) erklärte, die Übungsplätze seien auch durch Simulationen nicht einzusparen. Jeder Pilot würde sagen, dass der Echtbetrieb gerade bei schwierigen Manövern nötig seien.

Jung hatte am Donnerstag nach jahrelangem Streit seine Pläne für den Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs aufgegeben. Wulff, der sich enttäuscht über Jungs Entscheidung zeigte, hatte laut "Welt" zuvor in einem Brief den Verteidigungsminister gebeten, nicht von den Bombodrom-Plänen Abstand zu nehmen. Ansonsten könne "von einer gleichmäßigen, regional ausgewogenen Verteilung der Lasten nicht die Rede sein". Wulff befürchtet, dass die "Nordhorn Range" nun verstärkt von der Bundeswehr genutzt wird - was die Lärmbelästigung für die Menschen in der Region erhöhen würde.

AP/Reuters / AP / Reuters