Nach Skiunfall Althaus wird nach Deutschland verlegt


Der bei einem Skiunfall in Österreich schwer verletzte thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wird in Kürze in die Uniklinik Jena verlegt. Seine österreichischen Ärzte erklärten, dass sich der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten stetig verbessere.

Eine Woche nach seinem Skiunfall in Österreich kann der schwer verletzte thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus damit rechnen, in Kürze nach Deutschland verlegt zu werden. Das sagte der ärztliche Direktor des Krankenhauses in Schwarzach, Reinhard Lenzhofer, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Die Verlegung von Althaus in die Universitätsklinik im thüringischen Jena sei bereits eingeleitet worden. Der genaue Zeitpunkt des Transports stehe noch nicht fest, er werde aber nicht vor Ende der Woche sein. Die familiäre Umgebung werde seine Heilung unterstützen, sagte Lenzhofer.

Althaus sei weiter auf dem Weg der Besserung, so der Arzt. Der Ministerpräsident könne inzwischen kurze Zeit sitzen und selbstständig essen. Zeitweise sei der Politiker aber immer noch unruhig und nicht voll zeitlich und räumlich orientiert. Diese Übergangsphase könne durchaus noch länger anhalten. Von daher sei Althaus noch nicht vernehmungsfähig. Althaus erlitt zwar ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, die Ärzte rechnen aber nicht mit Folgeschäden.

Unklar blieb, was Althaus inzwischen über das Unglück weiß. Er sei nicht ganz sicher, dass der Politiker keine Kenntnis vom Tod seiner Unfallgegnerin habe, sagte Lenzhofer. Den vollen Umfang des Geschehens habe er aber noch nicht mitbekommen. In seinem Zustand seien Fragen danach nicht zu erwarten.

Unterdessen rechnet Althaus' Anwalt mit einem zügigen Abschluss der Ermittlungen zum Skiunfall des 50-Jährigen. Er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft "spätestens in zwei Wochen über einen möglichen Strafprozess entscheidet", sagte der in der Steiermark ansässige Jurist dem Sender MDR 1 Radio Thüringen.

Der Skiunfall sei bei aller Tragik besser rekonstruierbar als vergleichbare Fälle, so der Anwalt. Mittlerweile habe er alle Unterlagen bis auf die Zeugenaussage vorliegen. Unabhängig von einem möglichen Strafprozess seien auch Schadenersatzforderungen zu erwarten. "Sofern diese durchsetzbar erscheinen, wird es die auch geben", sagte der österreichische Jurist. Er hoffe jedoch, dass die Forderungen dann wie in den meisten Fällen dieser Art außergerichtlich geklärt werden können.

Der Sprecher der Leobener Staatsanwaltschaft, Walter Plöbst, hatte am Mittwoch etwas längere Ermittlungen erwartet und erklärt, die Untersuchungen wegen möglicher fahrlässiger Tötung dürften in etwa vier Wochen abgeschlossen sein. Neue Erkenntnisse gebe es nicht.

Die stellvertretende thüringische Ministerpräsidentin Birgit Diezel geht unterdessen fest davon aus, dass die CDU mit einem wiedergenesenen Regierungschef Dieter Althaus zur Landtagswahl am 30. August zieht. "Ich bin ganz sicher, dass er wieder gesund wird. Wir fahren Plan A, und der heißt Dieter Althaus", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag auf MDR Info.

Diezel hatte am Mittwoch zusammen mit der Ehefrau von Althaus an der Beerdigung der Skifahrerin in Österreich teilgenommen, die am Neujahrstag an den Folgen des Skiunfalls mit dem Ministerpräsidenten gestorben war. "Es war eine sehr bewegende Trauerfeier", erklärte die Finanzministerin. "Es war sehr wichtig, dass wir da waren. Wir haben der Familie unser Beileid ausgesprochen und gesagt, dass man in Thüringen Anteil nimmt." Frau Althaus und sie seien von der Familie der verunglückten Skifahrerin sehr freundlich aufgenommen worden. Nach der Beerdigung habe es ein kurzes Gespräch mit der Familie gegeben. "Wir standen immer in Kontakt mit der Familie und haben Hilfe angeboten."

AP/Reuters AP Reuters

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