Nach Skiunfall Staatsanwalt klagt Dieter Althaus an


Der Skiunfall von Dieter Althaus hat ein juristisches Nachspiel: Sieben Wochen nach dem Zusammenstoß, bei dem eine 41-Jährige starb, hat die österreichische Staatsanwaltschaft Anklage gegen Thüringens Ministerpräsidenten erhoben. Althaus hatte zuvor die Verantwortung für den Tod der Frau übernommen.

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus kommt wegen des tödlichen Skiunfalls in Österreich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Leoben habe Anklage gegen den 50-jährigen CDU-Politiker wegen fahrlässiger Tötung der 41 Jahre alten Beata Christandl erhoben, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der Strafantrag sei beim Bezirksgericht Irdning eingereicht worden. Althaus habe zuvor die Verantwortung für den Tod der Skifahrerin übernommen.

Der Ministerpräsident, der sich weiter in einer Reha-Klinik am Bodensee aufhält, verzichtete laut Staatsanwaltschaft auf das Recht, persönlich vernommen zu werden und gab eine schriftliche Stellungnahme ab. Darin habe er nachvollziehbar erklärt, keine Erinnerung an den Unfallablauf zu haben, keine sachdienlichen Angaben dazu machen zu können, jedoch die Ergebnisse der Sachverständigengutachten zur Kenntnis zu nehmen und die Verantwortung für den Tod von Christandl zu übernehmen.

Althaus war am Neujahrstag als Skifahrer auf der Riesneralm im österreichischen Bezirk Liezen mit Christandl zusammengeprallt. Die Frau starb, und der Ministerpräsident erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Laut Staatsanwaltschaft war der CDU-Politiker an der Kreuzung der Piste "Die Sonnige" mit der Panoramapiste gegen die Fahrtrichtung in die Panoramapiste eingebogen und nach 12 bis 14 Metern mit der talwärts fahrenden Frau kollidiert.

Nach Angaben eines Justizsprechers kommt es nach österreichischem Recht auf jeden Fall zu einem Prozess. Dort muss eine Anklage nicht wie in Deutschland erst zur Hauptverhandlung zugelassen werden. Im Februar hatte der Sprecher erklärt, eine Strafe unter der Schwelle, die zu einem Eintrag ins Vorstrafenregister führe, sei nicht ausgeschlossen. Althaus müsse nicht unbedingt persönlich an dem Verfahren teilnehmen. Nach österreichischem Recht könne er sich durch einen sogenannten Machthaber vertreten lassen.

Althaus muss bis zum CDU-Landesparteitag am 14. März erklären, ob er zur Landtagswahl am 30. August wieder antritt. Bisher rechnet die Partei damit, dass Althaus nach Ostern die Arbeit wieder aufnehmen kann. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Birgit Diezel hatte bislang erklärt: "Wir ziehen mit Dieter Althaus als Spitzenkandidat 2009 in den Landtagswahlkampf." CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke hatte versichert: "Selbst für den Fall, dass es zur Eröffnung eines Hauptverfahrens kommen sollte, stehen wir zu ihm. Er ist nicht unser Gott, aber er ist der Chef der CDU Thüringen und wie kein anderer geeignet, unsere besseren Konzepte überzeugend durchzusetzen." Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte die Ansicht geäußert, eine Anklage gegen Althaus wegen fahrlässiger Tötung wäre kein Grund für einen Verzicht auf die Spitzenkandidatur.

AP/DPA AP DPA

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