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Nach ZDF-Affäre: CSU-Sprecher Strepp wirft das Handtuch

CSU-Sprecher Hans-Michael Strepp hat Konsequenzen aus der ZDF-Affäre gezogen und seinen Posten niedergelegt. Nun will sich der bayerische Landtag mit den Vorwürfen der Einflussnahme befassen.

Nach dem Vorwurf versuchter Einflussnahme auf das ZDF hat CSU-Sprecher Hans Michael Strepp seinen Posten aufgegeben. Der 44-Jährige habe Parteichef #link,http://www.stern.de/politik/deutschland/horst-seehofer-90250279t.html,Horst Seehofer' am Donnerstag gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die Partei in München mit. Seehofer habe der Bitte entsprochen. Strepp war seit sechseinhalb Jahren der Sprecher der Christsozialen.

Der CSU-Parteisprecher soll mit einem Anruf in der ZDF-"heute"-Redaktion am Sonntag versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag mit der Kür des SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude zu verhindern. Er selbst hatte dies in einem Brief an den Sender, den die CSU am Mittwoch veröffentlichte, bestritten.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey beharrte aber am Mittwochabend darauf, dass der Anruf eindeutig gewesen sei. Das ZDF hatte ebenso wie die ARD am Sonntag über den Landesparteitag der bayerischen SPD berichtet, bei dem Ude zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 gekürt worden war.

Die CSU war wegen des Vorfalls massiv unter Beschuss geraten. Seehofer hatte noch am Morgen eine vollständige Aufklärung des Falls angekündigt. Der Fall hatte massive Kritik auch aus der Bundespolitik am Verständnis der CSU von Pressefreiheit ausgelöst. Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisierte die CSU. Am Donnerstagnachmittag will sich der bayerische Landtag mit den Vorwürfen befassen.

fle/DPA/AFP / DPA