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Neustart Deutschland Was würden Sie verändern, wenn Sie das Sagen hätten? – Der dritte Teil unserer Serie zu Ihren Ideen für Deutschland

Illustration Neustart Deutschland
Was würden Sie ändern, wenn Sie die Macht hätten?
© plainpicture; Getty Images (4) ; Adobe Stock (4) Illustration: Veronique Stohrer
Mehr Diversität in öffentlichen Institutionen, Trennung von Kirche und Staat oder Klimaschutz als Schulfach. Hier berichten Leserinnen und Leser des stern, was sie in Deutschland verändern würden. Auch Sie können mitmachen!

Problem der alternden Gesellschaft lösen

"Ich würde das Thema 'Alternde Gesellschaft' angehen: Ohne erheblich stärkere Anreize zur Steigerung der Geburtenrate bzw. ohne die gezielte Zuwanderung auch von ungelernten und nachfolgend auszubildenden Arbeitskräften haben wir keine Chance, als Gesellschaft, wie wir sie kennen, zu überleben. Folge wäre der Zusammenbruch unserer Sozialsysteme und die Abwanderung unserer Industrie wegen fehlender Arbeitskräfte.“

Karl Grupp, Neustadt an der Weinstraße 

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Digitaler werden

"Digitale Basissysteme müssen zur Grundversorgung gehören und dürfen nicht ausschließlich in den Händen der Tech-Monopolisten liegen. Eine Digitalisierung der Schulen scheitert etwa nicht nur an der Bürokratie, sondern oft auch an der überbordenden Komplexität der Systeme. Digitale Kompetenz und Teilhabe sind inzwischen so wichtig wie Strom, Wasser, Verkehrswege… eben Infrastruktur!“

Stephan Meyer, Augsburg

Weniger Fleisch produzieren

"Wenn ich regieren würde, müssten EU-Landwirtschaftssubventionen anteilig zurückgezahlt werden, wenn damit subventionierte Produkte aus der EU exportiert werden. Dann würde weniger Fleisch produziert – und EU-Fleischabfälle könnten nicht mehr die Landwirtschaft in Afrika ruinieren.“

Judith Keinath

Kirche und Staat trennen

"Ich würde Kirche und Staat besser trennen. Der Staat sollte keine Kirchensteuer einziehen.“

Eckhard Raetz, Bisingen

Photovoltaik ausbauen

"Ich würde vorrangig öffentliche Gelder für den Bau modernster Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer aller Wohn- und Geschäftshäuser bereitstellen: Deutschland hat 19,3 Millionen Wohngebäude (Geschäfte und Industrieanlagen kommen noch hinzu). Würde jede Anlage nur 5 KWh/pro Tag erzeugen, erhielte man 35,2 Milliarden KWh Sonnenstrom pro Jahr. Ins allgemeine Netz eingespeist, könnten sämtliche Kohlendioxid emittierende Kraftwerke abgeschaltet und auch die Industrie mit alternativer Energie versorgt werden!“

Inge Glebe, Philippsthal

Steuersystem vereinfachen

"Auflösung der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Krankenversicherung (Kasse/Privat) und Auflösung der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Altersversorgung (Angestellte/Beamte). Dazu wünsche ich mir eine deutliche Vereinfachung des Besteuerungssystems: Jede realisierte Vermögensmehrung wird steuerpflichtig. Diese Verbreiterung der Basis ermöglicht eine Senkung der Steuersätze. Und: Keine Beraterverträge für Lobbyisten mehr!“

Siegfried Eder, Regensburg

Tempolimit!

"Es wird höchste Zeit, dass auf deutschen Autobahnen das Tempolimit von 130 km/h eingeführt wird. Und zwar nicht nur wegen des Klimas, sondern vor allem wegen der ungebremsten Raserei, die in Europa einmalig ist.“

Ludwig Feil, Waging am See

Klimaschutz als Schulfach

"Klimaschutz sollte ein neues Schulfach werden – mit weniger Theorie und viel Praxis.“

Monika Harnisch, Neuss

Mutige Politik!

"Ich wünsche mir mehr mutige Politikerinnen und Politiker, die dringend notwenige Projekte anstoßen, auch wenn sie unbequem sind. Also Menschen, die nicht immer nur darauf schauen, dass sie bei den nächsten Wahlen wiedergewählt werden.“

Juliane Fischer

Management statt Absichtserklärungen

"Wenn ich regieren würde, dann würde ich in der gesamten Regierungsmannschaft verbindlich anordnen, dass von sofort an konkretes Management betrieben würde. Allen wäre bewusst, dass Management ohne konkrete Ziele nicht möglich ist. Die Zeit der Absichtserklärungen wäre vorbei. Klare mess- und kontrollierbare Ziele würden zum Regierungsalltag gehören. Ziele, die die Bevölkerung nachvollziehen kann. Und allen Beteiligten wäre klar, dass mit der Delegation von Aufgaben die Kontrollpflicht und damit die Gesamtverantwortung nicht endet.“

Hans-Joachim Gläsener, Kassel

Föderalismus reformieren

"Die ausufernde Machtanmaßung der einzelnen Bundesländer wurde bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie überaus deutlich. Trotz gemeinsam gefasster Beschlüsse – egal, ob sinnvoll oder nicht – führte jeder Ministerpräsident einen Tag später diese Regeln wieder absurdum und erließ eigene Regeln. Siehe auch Bildungspolitik: Es ist absolut skandalös, dass jeder durch Parteipolitik bestimmte Kultusminister eines Bundeslandes festlegen kann, ob die Schüler Naturwissenschaften oder das Tanzen des eigenen Namens lernen müssen. Hier sind zentrale bundesweite Anforderungen und Inhalte der Bildungspolitik dringend notwendig, um den Absolventen des Schulsystems überhaupt die einheitlichen Grundlagen für einen Start in das Berufsleben zu ermöglichen.“

Thomas Flach

Mehr Diversität wagen

"In unseren Köpfen sind standardisierte Bilder des Normalen verankert. Wer davon abweicht, hat es schwer. Ich denke daran, wie wir im Biologie-Unterricht über Schönheitsideale und das Bild der Gesellschaft zum Schönheitsideal geredet haben. Jeder weiß: Schönheitsideale sind überflüssig. Und dennoch orientieren sich so viele Menschen daran. Wer abweicht, wird belächelt. Ähnlich bei der Sexualität: Heterosexualität gilt als der Standard, alles andere als 'Besonders'. Wieso eigentlich? Mein Wunsch also: Ich würde mir wünschen, dass die Menschen, die uns regieren, dieselben sind wie die, die auch hier leben dürfen. Ich wünsche mir eine diverse Regierung. Ich wünsche mir, dass in der Schule mehr über Diversität und Veränderungen gesprochen wird. Damit sich anfängt, etwas zu ändern.“

Johanna Hamann, 15, Darmstadt

Bildung stärken, Altersarmut bekämpfen

"Ich würde massiv in Bildung investieren. Ohne Geld keine Bildung, ohne Bildung keine Forschung, ohne Forschung kein Wohlstand. Außerdem würde ich unsere Altersvorsorge reformieren. Warum klappt das in unseren Nachbarländern? Altersarmut ist eine Schande für das reiche Deutschland.“

Hermann Mezger, Prüm

Cyber-Sicherheit gewährleisten

"Unsere IT-Infrastruktur muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen, und sie muss sicher und unverwundbar sein. Programme für eine Basis-Sicherheit stellt der Staat jedem einzelnen kostenlos zur Verfügung.“

Werner Gugetzer

Medienkompetenz schulen

"Das Fehlen von Medienkompetenz als Unterrichtseinheit in deutschen Schulen halte ich für ein absolutes Versäumnis. Was sind valide Informationen – und was ist gezielte Desinformation? Wenn ich regieren würde, wäre eine großangelegte Bildungsoffensive zum Thema Medienkompetenz mein Herzensthema. Nur so lässt sich ein Bewusstsein für die Problematik von Desinformation und die Gefahr von Manipulation schaffen.“

Svenja Dirks, Hallwang, Österreich

Verkehr auf die Schiene

"Ausbau der Bahn. Anzahl der Verbindungen erhöhen, mehr Direktverbindungen. Dafür entfallen alle innerdeutschen Flüge.“

Klaus Nohl

Rauschgifte freigeben

"Ich würde das Baurecht entschlacken und Einspruchsmöglichkeiten beschneiden. Außerdem würde ich die Rauschgiftkriminalität bekämpfen – durch die Freigabe aller Rauschgifte.“

Hans Bartholomä

Das Ende des Plastikmülls

"Meine Vision für 2050: Wahlen finden jährlich und zu 100 Prozent digital statt. Jeder Bundesbürger darf wählen, sodass die Stimmen von Familien und jungen Menschen mehr Gewicht bekommen. Minister bleiben über eine Wahlperiode hinaus im Amt, was für Kontinuität sorgt. Zum ersten Mal entsteht zielorientierte, parteiübergreifende Zusammenarbeit. Mit dieser Veränderung gelingt es, Partei- und Machtpolitik zurückzudrängen. Die Umweltpolitik setzt derweil vollständig auf erneuerbare Energien. Und Plastikmüll wird nicht mehr von den Entsorgungsfirmen abgeholt. Regionale Produkte boomen, weil Kunststoff-Verpackungen hier durch die kurzen Wege schon seit langem vermieden werden.“

Stefan Rensberg, Adelsried/Kruichen 

GEZ abschaffen

"Ich würde die GEZ abschaffen. Wer ARD oder ZDF anschauen möchte, soll ein Abo abschließen. Fertig!“

Ein Leser aus Duisburg

Verantwortung für Fehler übernehmen

"Ich wünsche, dass Politiker für Fehler klare Verantwortung übernehmen. Ich frage mich: Wie kann ein verantwortlicher ehemaliger Erster Bürgermeister Wirecard, Warburg-Bank und G20-Gipfel mit Ausschreitungen verantworten und jetzt als Kanzlerkandidat auftreten? Anderes Beispiel: Ein Debakel nach dem anderen – und dennoch bleibt der Verkehrsminister im Amt.“

Hans-Peter Trimborn

Was würden Sie ändern?

Schreiben Sie uns Ihre Ideen an: ich-regiere@stern.de.

Eine Auswahl der Einsendungen veröffentlichen wir auf unserer Webseite oder den Webseiten unserer Bertelsmann-Schwesterunternehmen wie ntv und RTL. Wir behalten uns vor, Leserbriefe zu kürzen. Wir kontaktieren Sie gern auch in Zukunft zu ähnlichen politischen und gesellschaftlichen Themen. Wenn Sie nicht möchten, dass wir Ihre Zusendung einschließlich Ihres ganzen Namens verwenden, teilen Sie uns das bitte mit. Weitere Datenschutzhinweise hier.


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