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Mecklenburg-Vorpommern: Am NPD-Wahlstand: "Adolf, du hast lange genug geschlafen"

Das ARD-Magazin "Panorama" hat NPD-Chef Udo Pastörs im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern begleitet. In einer Szene zeigt sich das tiefbraune Selbstverständnis der Partei - als eine alte Dame sich wünscht, Adolf möge wieder aufwachen.

NPD-Wahlkampf in Schwerin

NPD-Kundgebung in Schwerin: Die Rechtsextremen bangen um Wiedereinzug in den Landtag

Wer die Meinungsfreiheit schätzt, muss manchmal starken Tobak ertragen. Wie jetzt wieder in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wird am Sonntag gewählt, die rechtsextreme NPD, im Schweriner Parlament mit fünf Abgeordneten vertreten, muss laut Umfragen um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Das ARD-Magazin "Panorama" hat deshalb den Wahlkampf der Partei sowie den der rechtspopulistischen AfD verglichen und ist dabei auch unfreiwillig Zeuge einer sehr unangenehmen Stimme aus dem Volk geworden.

Adolf wach auf, dass hier mal Ordnung herrscht

In einer Szene, die die "Panorama"-Reaktion auf Facebook veröffentlicht hat, unterhält sich NPD-Spitzenkandidat Udo Pastörs mit einer älteren Dame. Offenbar geht es um Sicherheit im Allgemeinen und Polizei im Besonderen. Nach ein paar Sätzen entfährt es der Frau plötzlich: "Deswegen sag ich immer noch - öfters - Adolf steh auf, du hast lange genug geschlafen. Dass hier endlich mal Ordnung herrscht." Und was macht Pastörs? Er widerspricht nicht, entgegnet kein "aber" oder kein "Hören sie", sondern bedankt sich artig und gibt der Dame die Wahlempfehlung NPD mit auf dem Weg. Ganz so, als sei die NPD die Hitler-Partei der Gegenwart.

Das "Panorama"-Video:

Fairerweise muss man sagen: Pastörs' unmittelbare Reaktion ist in diesem Clip nicht deutlich zu erkennen. Zwar scheint der NPD-Chef die Worte der Frau unkommentiert stehen zu lassen, doch dann erfolgt ein Schnitt, und erst dann bedankt sich Pastörs und empfiehlt der Frau, seine Partei zu wählen. Durchaus möglich also, dass er ihr tatsächlich irgendetwas entgegnet hat. Aber angesichts seiner Äußerungen in der Vergangenheit (unter anderem Leugnung des Holocausts) und diverser Verurteilungen wegen Volksverhetzung ist es wahrscheinlicher, dass dem Rechtsextremisten solche Nazi-freundlichen Aussagen gefallen.

AfD-Erfolg setzt NPD zu

In dem ARD-Beitrag wird auch deutlich, wie sehr der Erfolg der AfD der NPD zusetzt. An einer Stelle jammert Udo Pastörs beleidigt: "Die nehmen eins zu eins das, was wir seit Jahrzehnten fordern, und sind damit offensichtlich erfolgreich. Die AfD ist eine Kopie der NPD." Gleichzeitig aber beschnuppern sich die Parteien gegenseitig interessiert: AfD-Chef Jörg Meuthen sorgte diese Woche mit der Äußerung für Empörung, er sei offen für alle "vernünftigen Vorschläge", selbst wenn sie aus der NPD kämen. Und in "Panorama" sagte Udo Pastörs: "Die Stärkung für Deutschland wäre, beide Parteien reinzubringen. Die NPD und die AfD. Wir als Kontrolleure der AfD, dass sie auch auf Spur bleiben."



nik