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NSU-Prozess: Beate Zschäpe im Steckbrief

Zweieinhalb Jahre Schweigen: Wohl kaum ein Angeklagter hat so konsequent geschwiegen wie Beate Zschäpe. Allein die Ankündigung, dass sie sich äußern will, sorgt für Aufregung. Ein Steckbrief der Hauptangeklagten im NSU Prozess.

Beate Zschäpe im seitlichen Portrait

Beate Zschäpe gilt als der Kopf des rechtsextremen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU)

Die Taten des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds geben auch zweieinhalb Jahre nach dem Beginn des Münchner NSU-Prozesses Rätsel auf. Wie konnte eine terroristische Gruppe über Jahre hinweg praktisch unerkannt eine Mordserie verüben? Spielten die Verfassungsorgane wirklich eine dubiose Rolle - so wie es etliche Indizien nahelegen? Gehen all' die Taten tatsächlich auf das Konto von nur drei Menschen? Die Hauptangeklagte dürfte Licht ins Dunkel bringen können. Deshalb sorgt die Ankündigung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, nach jahrelangem Schweigen endlich auszusagen, für helle Aufregung.

Ein Steckbrief der Frau, die der Kopf der NSU-Terrorzelle gewesen sein soll.

Name: Zschäpe, Beate. Geboren als Beate Apel. Sie nimmt jeweils die Namen der neuen Partner ihrer Mutter an. Zudem verwendet sie im Laufe ihres Lebens mehrere Aliasnamen. Bekannt sind vor allem Mandy Pohl, Susann Dienelt, und Bärbel Bucilowski.

Geboren: 2. Januar 1975 in Jena. Die Mutter Annerose Apel studierte seinerzeit Zahnmedizin in Bukarest. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gilt seit langem als schwierig; auch bei einer Begegnung im Münchner Gerichtssaal gibt es kaum Blickkontakt. Ihren Vater kennt Beate Zschäpe nicht. Laut der Mutter soll es sich um einen rumänischen Kommilitonen handeln.

Kindheit und Schulzeit: Aufgewachsen in Jena in einfachen Verhältnissen; häufig in der Obhut ihrer Großmutter. Die Mutter lässt sich zweimal scheiden. In ihren ersten 15 Lebensjahren zieht Beate Zschäpe sechsmal in Jena und Umgebung um. Nach der zehnten Klasse verlässt sie 1991 die staatliche Goethe-Regelschule im Stadtteil Winzerla.

Beruf: Im Anschluss an die Schule arbeitet sie im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme als Malergehilfin. Von 1992 bis 1996 absolviert sie eine Lehre als Gärtnerin in der Fachrichtung Gemüsebau.


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