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Pädophilie-Vorwurf gegen Grüne: Sexualstraftäter koordinierte grüne Päderasten

Franz Walter, der Göttinger Politologe, soll die pädophilen Strömungen der frühen Grünen untersuchen. Immer mehr erschreckende Details werden indes schon jetzt bekannt - etwa über die BAG SchwuP.

Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben die Grünen ein neues, altes Gespenst. Dieses Gespenst trägt den Namen Dieter U. Dieser Mann, der inzwischen verstorben sein soll, war Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle, kurz: BAG SchwuP, der noch jungen grünen Partei. Zwischen 1985 und 1987 versuchte die BAG SchwuP über das politische Vehikel der Grünen die Gesetzgebung im Sinne der Pädophilen zu beeinflussen. Sex zwischen Erwachsenen und Kindern sollte nicht mehr strafbar sein.

Wie das Magazin weiter berichtet, war U. ein offen pädophil lebender Straftäter, er sei zwischen 1980 und 1996 sechs mal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und anderer einschlägiger Taten verurteilt worden. Sein vermutlich letzte Verurteilung trug er sich unter anderem ein, weil er in Deutschland Sex-Fotos von thailändischen Jungen verscherbelte. Noch aus dem Knast heraus habe U. weiter für Pädophilie agitiert, zuletzt im Jahr 2000. Ein offenbar vollkommen uneinsichtiger Triebtäter.

U. in der Alternativen Liste West-Berlin

Politisch beheimatet war U. in der West-Berliner "Alternativen Liste", so nannten sich die Landesverbände der Grünen verschiedentlich. Neben U. waren zur selben Zeit viele junge Grüne in West-Berlin aktiv, die heute zur politischen Prominenz zählen: Renate Künast, Hans-Christian Ströbele, Volker Beck, auch Wolfgang Wieland, der Verteidigungsexperte der Partei. Aber niemand mag sich mehr an U. erinnern. So als wäre er nie da gewesen. Das Thema Pädophilie ist den Grünen peinlich, sie verstehen heute selbst nicht mehr, wie ihr Engagement für Minderheiten sich auch auf Päderasten ausdehnen konnten.

Die aktuelle Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen, sie war in die Vorgänge rund um die BAG SchwuP nicht verwickelt. Vielleicht fällt es ihr deswegen leichter, klar Position zu beziehen. "Damals sind offenkundig Grenzen überschritten worden, die man nie hätte überschreiten dürfen", sagte sie der "Welt am Sonntag". Die "unsäglichen Debatten" und "inakzeptablen Positionspapiere" seien für sie schwer zu verstehen, ergänzte sie. Es sei ein Fehler gewesen, dem Raum zu geben. Die Grünen waren damals indes nicht die Einzigen, die die vermeintliche sexuelle Befreiung der Kinder - die in Wahrheit ein vorgeschobenes Argument pädophiler Erwachsener war - debattierten.

Grüne im Wahlkampf belastet

Der Göttinger Parteienforscher Franz Walter, der sich mit zahlreichen, klugen Analysen auch in den Medien profiliert hat, soll nun die pädophilen Strömungen innerhalb der Grünen wissenschaftlich untersuchen. Die Partei will die Untersuchung finanziell unterstützen, sich aber ansonsten vollkommen raushalten. Erwartet wird die Studie Ende des Jahres - also weit nach der Bundestagswahl.

Das Thema wird die Grünen dennoch durch den Wahlkampf begleiten. Aktuell stehen Grünen-Chefin Claudia Roth und Fraktionsvorsitzende Renate Künast in der Kritik, weil sie - ebenso wie Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger - im Beirat der "Humanistischen Union" (HU) sitzen. "Die HU hat kein kritisches Verhältnis zur Pädophilie", sagte der Soziologe Gerhard Amendt dem "Focus". Diesen Vorwurf wiesen Sprecher von Roth und Künast zurück. Auch gegen den Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, wurden Vorwürfe laut. Er hatte 1988 einen Beitrag in dem Buch "Der pädosexuelle Komplex" veröffentlicht, der zumindest verharmlosend sein soll. Beck sagte dazu, sein Artikel sei verfälscht abgedruckt worden, er habe eine mögliche zweite Auflage des Buches juristisch verhindert.

Ausgelöst hatte die Debatte der grüne Europa-Abgeordnete Daniel Cohn-Bendit. Er hatte sich in den 80er Jahren öffentlich über erotische Spiele mit Kindern geäußert.

lk/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters