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Panzerlieferung nach Saudi-Arabien: Rüstungskonzern dementiert Auftragseingang

Es wäre der größte Waffenauftrag für die Bundesrepublik Deutschland: Nach einem Medienbericht hat Saudi-Arabien Panzer im Wert von 10 Milliarden Euro geordert. Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann will davon nichts wissen.

Der Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat nach eigenen Angaben keine Bestellung über die Lieferung von Kampfpanzern des Typs Leopard 2 aus Saudi-Arabien erhalten. "Wir haben keinen Auftrag", sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in München. Medienberichten zufolge will das arabische Land 600 bis 800 Panzer ordern - und damit weitaus mehr als die bisher bekannten 200 bis 300 Leopard 2. Mit einem Schätzwert von zehn Milliarden Euro wäre das einer der bisher größten Rüstungsaufträge für die Bundesrepublik, berichtete die "Bild am Sonntag".

Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien sind wegen der Menschenrechtslage in dem autoritär regierten arabischen Land umstritten. Die Opposition wirft der schwarz-gelben Koalition vor, vom Grundsatz abzurücken, in Spannungsgebiete keine Kriegswaffen zu liefern. Die Bundesregierung äußerte sich auf Anfrage nicht. Sprecher verwiesen auf den Geheimnisschutz für Rüstungsgeschäfte. Eine Exportanfrage liege nicht vor.

Nach einem Bericht der Berliner "Tageszeitung" hat das mögliche Panzergeschäft mit Saudi-Arabien im Gesellschafterkreis für Streit gesorgt. Wegen seiner Kritik an dem Deal sei der Miteigentümer Burkhart von Braunbehrens aus dem Gremium gewählt worden. KMW wollte sich am Montag nicht dazu äußern und lehnte Stellungnahmen zu Fragen der Gesellschafter ab.

DPA/lin / DPA