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Plagiatsaffäre Althusmann: McAllister versetzungsgefährdet?

Bei den niedersächsischen Kommunalwahlen im September könnte Bernd Althusmann unfreiwillig im Zentrum der Diskussionen stehen und der CDU die Wähler vergraulen. Für Ministerpräsident David McAllister ist die Doktorarbeit seines Kultusministers ein heikles Thema.

Die Plagiatsaffäre um den niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann ruft erste Reaktionen von Pressekommentatoren hervor. Ein wochenlanges Gewürge um die Glaubwürdigkeit eines seiner wichtigsten Minister kann sich Regierungschef David McAllister nicht leisten, schreibt die "Nordsee-Zeitung" aus Bremerhaven. Denn das eigentliche Tun und Handeln des Kultusministers komme direkt dort an, wo im September eine Vorentscheidung über die Zukunft der schwarz-gelben Landesregierung getroffen wird: In den Dörfern und Städten, bei den Menschen vor Ort, die bei der Kommunalwahl ihre Stimme abgeben.

Angesichts der politischen Großwetterlage, die aus Berlin rüberstrahlt, seien lokale Irrlichter um einen Doktortitel nicht gerade förderlich.

Die Verdachtsmomente gegen Althusmann konnten noch nicht hinreichend ausgeräumt werden. Mit diesem Satz lässt der Dekan der Uni Potsdam das Damoklesschwert weiter über Dr. Bernd Althusmann schweben. Die anstehende Hängepartie ist nicht nur für den Kultusminister und derzeitigen Präsidenten der Kultusministerkonferenz eine Belastung, sondern auch für seine Partei. Schließlich stehen am 11. September die Kommunalwahlen an. Wird Althusmann der Doktortitel aberkannt, ist seine Karriere als Minister mit ziemlicher Sicherheit beendet. Dann hätte er sich und seiner Partei keinen Gefallen damit getan, auf ein Signal wie dem Ruhenlassen seiner Ämter zu verzichten. Behält er den Titel, würde dieser Schritt im Nachhinein nicht als Schuldeingeständnis, sondern als korrekt anerkannt werden.

ono/DPA/AFP / DPA