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Plagiatsaffäre: Bundeswehrverband hält Guttenberg für weiterhin tragbar

Der Bundeswehrverband hat dem angeschlagenen Verteidigungsminister den Rücken gestärkt. Seine Galubwürdigkeit sei angekratzt, allerdings sei er weiterhin tragbar - falls es bei den bisherigen Vorwürfen bleibe.

Der Bundeswehrverband hat dem durch die Plagiatsaffäre angeschlagenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für den Moment den Rücken gestärkt. "Seine Glaubwürdigkeit ist angekratzt, das ist keine Frage", sagte Verbandschef Ulrich Kirsch am Montag in der ARD. "Ich meine, wenn es bei diesen Vorwürfen, die wir kennen, bleibt, dann ist er tragbar." Nun komme es darauf an, dass Guttenberg sein Ministerium straff führe und die Bundeswehrreform umsetze. Gerade auch dazu gebe es in der Truppe große Verunsicherung, sagte Kirsch der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Der Minister steht in einer Bewährungsprobe, aber auch seine Reformansätze müssen sich bewähren."

Kritik an Guttenberg kam auch aus der FDP. Deren forschungspolitischer Sprecher Martin Neumann gab dem Minister noch "eine, maximal zwei Wochen Zeit", um die Täuschungsvorwürfe aus der Welt zu schaffen. Gelinge das nicht, müsse Guttenberg zurücktreten, sagte er der "Financial Times Deutschland". Nach einem Bericht der "Mitteldeutscher Zeitung" nannte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Affäre um Guttenberg vor Parlamentariern der SPD einen "Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie".

Unterdessen protestierten nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" rund 20.000 Doktoranden, Wissenschaftler und andere Unterstützter in einem offenen Brief bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gegen deren Umgang mit der Affäre. Dieser sei eine Verhöhnung aller wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktoranden. Durch den Umgang mit der Affäre litten der Wissenschaftsstandort Deutschland und die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Land der Ideen.

Reuters / Reuters