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Afghanistan Bundeswehrverband sträubt sich gegen Abzug


Eigentlich endet der Kampfeinsatz in Afghanistan im kommenden Jahr - nicht aber, wenn es nach dem Bundeswehrverband geht. Bei ihrem Abzug lässt die Bundeswehr im Wert von 150 Millionen zurück.

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, fordert, dass auch nach dem für 2014 geplanten Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan deutsche Kampftruppen dort stationiert bleiben. "Die Sicherheitslage in Afghanistan kann einen ängstigen", sagte Kirsch der "Berliner Zeitung". "Zu sagen, wir bräuchten nach 2014 keine Kampftruppen mehr, mag wahltaktisch schön sein, entspricht aber nicht der Realität", sagte er weiter. Nur mit Hilfe solcher Kampftruppen ließe sich rasch auf Krisen reagieren, die in "dieser wackeligen Sicherheitslage ganz schnell entstehen".

Die Kampftruppe sei zudem erforderlich, "um gegebenenfalls unsere eigenen Leute herauszuholen", sagte der Chef des Bundeswehrverbands. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr mitgeteilt, nach Ende des ISAF-Mandats sollten zunächst 600 bis 800 Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Truppen in Afghanistan bleiben. In den folgenden Jahren soll ihre Zahl dann auf 200 bis 300 reduziert werden. Nach einem Rückgang im vergangenen Jahr ist die Zahl der zivilen Opfer im ersten Halbjahr 2013 aber wieder angestiegen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind für 74 Prozent der Opfer Aufständische wie die Taliban verantwortlich.

Kriegsgerät für 150 Millionen Euro

Einem Bericht des "Spiegel" zufolge wird die Bundeswehr bei ihrem Abzug aus Afghanistan Kriegsgerät im Neuwert von rund 150 Millionen Euro zurücklassen. Das Material wird entweder an die Afghanen übergeben, verkauft oder verschrottet, berichtete das Magazin unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Danach sollen rund 42 Prozent der Gerätschaften in Afghanistan bleiben und 47 Prozent nach Deutschland zurückgebracht werden. Bei den restlichen 11 Prozent werde je nach Materialzustand entschieden.

Für die Weiternutzung gelten dem Ministerium zufolge strenge Kriterien. Ein zwei Jahre alter Geländewagen "Wolf" etwa werde in der Regel nicht mehr nach Deutschland zurückgebracht. Das Ministerium rechtfertigt den Ausschuss laut "Spiegel" damit, dass der Wert des Kriegsgeräts nach der Nutzung "weit unter" dem Anschaffungspreis liege und deshalb der Rücktransport unwirtschaftlich sei.

sas/AFP AFP

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