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Plagiatsvorwürfe gegen Politiker: Alvaro will wissen, wer hinter "VroniPlag" steckt

FDP-Europapolitiker Alexander Alvaro fordert die Betreiber von "VroniPlag" auf, "mit offenen Karten" zu spielen und ihre Identität preiszugeben. Wer anderen an den Pranger stelle, so Alvaro, müsse sich an seinen eigenen Ansprüchen messen lassen.

Nach den jüngsten Affären um Plagiatsvorwürfe gegen Politiker hat der FDP-Europaabgeordnete Alexander Alvaro die Betreiber des Internet-Forums "VroniPlag" zu Offenheit aufgefordert. "Wer steckt hinter 'VroniPlag'?", fragte Alvaro am Dienstag in einer Mitteilung an die Presse und wies darauf hin, dass im Visier der "selbsternannten Plagiatsjäger" vornehmlich Doktorarbeiten von Politikern der CDU/CSU und FDP seien. Die Internetplattform, die sich "zunehmend als aufklärerische Instanz" verstehe, müsse sich an ihren eigenen Ansprüchen transparenter Arbeit messen lassen, forderte der FDP-Politiker.

Mit "VroniPlag" sei das "Denunziantentum" offenbar zum gesellschaftlich akzeptierten Sport geworden, erklärte Alvaro weiter. Wer aber andere an den Pranger stelle, müsse dies mit offenem Visier tun. Wenn die Plattform "VroniPlag" an "echter seriöser Aufklärung" interessiert sei, müsse sie "mit offenen Karten spielen".

Nach dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sind auch die FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis ins Visier der Plagiatsjäger geraten. Laut "VroniPlag" finden sich in den Dissertationen beider Politiker zahlreiche abgeschriebene Passagen. Die Vorwürfe werden derzeit von den betroffenen Universitäten geprüft. Koch-Mehrin hatte in der vergangenen Woche ihre Spitzenämter im Europaparlament und der FDP abgegeben. Ihr Abgeordnetenmandat im Europaparlament will sie jedoch behalten.

mlr/AFP / AFP