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Plagiatsvorwürfe Schavans Kampf gegen Rücktrittsforderungen

Während Annette Schavan die Plagiatsvorwürfe gegen sie weiter zurückweist, sieht die SPD das Ansehen der Bildungsministerin bereits als irreparabel beschädigt und erwartet ihren Rücktritt.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit erneut zurückgewiesen. "Ich werde kämpfen. Das bin ich mir schuldig, und das bin ich der Wissenschaft schuldig", sagte sie am Mittwoch am Rande eines Israel-Besuches in Jerusalem. Zu weiteren Einzelheiten wollte sie sich nicht äußern. An diesem Mittwoch kommt die zuständige Prüfungskommission der Universität Düsseldorf zu Beratungen über den Fall zusammen.

Bei einem Besuch der Hebräischen Universität in Jerusalem wollte Schavan die Einrichtung von zwei neuen Forschungszentren an israelischen Universitäten bekanntgeben. Es handelt sich um Projekte zum Forschungsschwerpunkt "Leben unter extremen Bedingungen". Die Forschungszentren werden von der deutschen Minerva-Stiftung und einem jeweiligen israelischen Partner getragen. Die Stiftung ist eine Tochter der Max-Planck-Gesellschaft und fördert die deutsch-israelische Wissenschaftszusammenarbeit.

"Ich glaube, Israel war ihre Abschiedsreise"

Die SPD rechnet mit einem Rücktritt der Bildungsministerin wegen der Plagiatsvorwürfe gegen sie. "Als Bildungs- und Forschungsministerin ist sie bereits jetzt irreparabel beschädigt", sagte Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann am Mittwoch in Berlin. Schavan sollte ernsthaft überlegen, ob sie zurücktrete. Zugleich betonte Oppermann, sie habe Anspruch auf ein faires und korrektes Verfahren.

Im übrigen sei es immer ein schlechtes Omen gewesen, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Kabinettsmitgliedern ihr vollstes Vertrauen ausspreche. "Wenn Merkel so etwas ausgesprochen hat, endete das bisher immer im Rücktritt." Oppermann sagte mit Blick auf Schavans Reise in dieser Woche nach Israel: "Ich glaube, Israel war ihre Abschiedsreise." Unabhängig von der aktuellen Debatte habe er hohen Respekt vor der politischen Lebensleistung Schavans.

kave/DPA DPA

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