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Plutonium: Hochgiftig und radioaktiv

Plutonium kommt in der Natur nur in Spuren vor. Brisant ist es, weil wenige Kilogramm zum Bau einer Atombombe genügen. Das Schwermetall, ein Nebenprodukt der Atomkraftwerke, entsteht, wenn Uran-Atome gespalten werden.

Plutonium ist ein gefährliches Nebenprodukt der Atomkraftwerke. Es entsteht, wenn Uranatome zur Energieerzeugung im Reaktor gespalten werden. Wie Uran definiert das Atomgesetz das radioaktive und hochgiftige Schwermetall als Kernbrennstoff, denn es ist energiereich und wird zusammen mit Uran in Atomreaktoren als Brennstoff eingesetzt. Während Uran in Bergwerken abgebaut wird, kommt Plutonium in der Natur nur in Spuren vor. Brisant ist Plutonium vor allem, weil wenige Kilogramm zum Bau einer Atombombe genügen.

Halbwertzeit von 24 000 Jahren

Das 1941 entdeckte Schwermetall hat eine Halbwertzeit von 24 000 Jahren, das heißt, nach dieser Zeit ist erst die Hälfte der Radioaktivität abgeklungen. Die Reichweite der Strahlung ist gering - nur etwa vier Zentimeter. Je höher die Strahlendosis ist, desto schwerer ist der Schaden. Falls der Stoff in die Lunge gerät, also beispielsweise eingeatmet wird, können schon winzige Mengen Krebs verursachen. Dringt Plutonium in Wunden ein, verbindet es sich mit Eiweißen des Blutplasmas und lagert sich in Leber und Knochenmark ab. Dort kann Plutonium Leukämie auslösen.

Plutonium ist ein besonders giftiges radioaktives Schwermetall. Die Reichweite der Strahlung beträgt zwar nur etwa vier Zentimeter und ist damit so gering, dass Haut oder Kleidung nicht durchdrungen werden. Wenn Plutonium jedoch eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen wird, dann ist es eine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Bei 50 Milligrammeingeatmetem Plutonium stirbt bereits jeder zweite Mensch sofort.

Wenn der Stoff mit Nahrungsmitteln in den Körper gelangt, wird er zu 99 Prozent wieder ausgeschieden. Nur ein ganz geringer Anteil gelangt aus dem Magen-Darm-Trakt in andere Körperteile. Eingeatmetes Plutonium belastet zunächst die Lunge und wandert dann ins Knochengewebe und in die Leber.

Strahlung verändert genetische Information

Das Schwermetall hat eine Halbwertzeit von rund 24 000 Jahren, das heißt, nach dieser Zeit ist erst die Hälfte der Radioaktivität abgeklungen. Je höher die Strahlendosis ist, desto schwerer ist der Schaden. Spätschäden, die schon durch geringe Strahlendosen hervorgerufen werden können, sind mitunter erst nach vielen Jahren sichtbar. Die Strahlung tötet in diesem Fall keine Körperzellen, sondern verändert die genetische Information. Dann kann es zu einem unkontrollierten Zellenwachstum kommen, also zu Krebs.

Kurzfristig erkennbare Strahleneinwirkungen treten auf, wenn Zellen abgetötet werden. Für die Gesundheit haben sie nur dann eine Bedeutung, wenn viele Zellen betroffen sind. Um zum Beispiel die Lunge zu schädigen, muss die Plutonium-Belastung binnen weniger Tage mehrere Sievert übersteigen. Sievert ist das Maß für die Dosis eines radioaktiven Stoffes, die der Mensch aufnimmt.

Grenzwerte für die zulässige Belastung

Der Grenzwert für die zulässige radioaktive Belastung der Bevölkerung liegt laut neuer Strahlenschutzerordnung bei 1 Millisievert pro Jahr. Für Menschen, die im Beruf Strahlung ausgesetzt sind, beträgt er dann 20 Millisievert.

AP/DPA / AP / DPA