Polizistinnenmord Die Jagd nach dem Killer-Phantom


Die Polizei spricht von einem "Durchbruch" im Fall der ermordeten Polizistin. Doch die Erkenntnis, dass der Mord vermutlich von einer europaweit gesuchten Serientäterin verübt wurde, stellt sie vor Probleme. Die Ermittler jagen einem Phantom hinterher - über Alter, Aussehen und Aufenthaltsort der als brutal geltenden Frau wissen sie nichts.

Sieben Wochen nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn hat die Auswertung von DNA-Spuren am Tatort zu einer gesuchten Serientäterin geführt. Der Frau würden europaweit zahlreiche schwere Verbrechen angelastet, teilte die Polizei mit. Nach der Verdächtigen wird gesucht, allerdings ist weder ihr Alter noch ihr Aussehen bekannt. Den Angaben nach hatte die Frau vor der Tat in Heilbronn im März dieses Jahres einen Einbruch in Österreich begangenen. In Deutschland wurden DNA-Spuren der Verdächtigen unter anderem bei zwei Morden 1993 und 2001 gefunden. Auch in Frankreich wurde an Tatorten Erbmaterial der Frau nachgewiesen.

Bei dem Einbruch bei Linz seien Bargeld, Sonnenbrillen und ein Notebook gestohlen worden, sagte der Leiter des oberösterreichischen Landeskriminalamts, Rudolf Keplinger, am Sonntag. Der Fall gleiche anderen Einbrüchen, bei denen DNA der Serientäterin gefunden wurde. "Das ist auffallend: Es wurde immer alles gestohlen, was irgendwie vermarktbar ist." Bei den früheren Fällen hätten Beschaffungskriminalität und Habgier im Mittelpunkt gestanden, die Beweggründe für die Bluttat in Heilbronn seien dagegen noch "total unklar", sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn.

Spuren der Gangsterin bei Raubmord in Idar-Oberstein

Ende April war in Heilbronn eine 22-jährige Polizistin erschossen worden, ihr 24 Jahre alter Kollege wurde schwer verletzt. Beiden war aus nächster Nähe in den Kopf geschossen worden. An ihrem Dienstwagen fanden die Ermittler DNA-Spuren der Frau, die seit mehr als einem Jahrzehnt wegen schwerer Verbrechen gesucht wird. Die Sonderkommission "Parkplatz" arbeitet nun eng mit Kollegen anderer Städte zusammen, in denen an Tatorten Erbmaterial der Gesuchten entdeckt wurde.

Bei Raubmorden an einer Rentnerin in Idar-Oberstein 1993 und an einem Rentner 2001 in Freiburg waren Spuren der Gangsterin sichergestellt worden. Damals ermittelte die Polizei in Richtung einer Drückerkolonne, der die Gesuchte möglicherweise angehört haben könnte. In dem erstellten Profil der Schwerverbrecherin gingen die Beamten davon aus, dass sie vor 1977 geboren wurde. Eine Polizeisprecherin in Trier sagte am Sonntag bezüglich des Mordes in Idar-Oberstein: "Wir hoffen, dass wir jetzt durch die enge Zusammenarbeit der Täterin schneller auf die Spur kommen."

Keine Hinweise auf weitere Verdächtige

Die Polizei in Österreich hatte am Samstag mitgeteilt, dass schon vor Monaten ein Pole und ein Serbe festgenommen worden waren, die mit der Gesuchten Kontakt gehabt haben müssten. Ihnen werden Diebstähle und Einbrüche in Oberösterreich und Tirol zur Last gelagt. An einigen Orten, an denen DNA der Männer gefunden worden war, stellten die Ermittler auch Erbmaterial der Frau sicher. Die beiden Männer seien nicht kooperativ und schwiegen sich aus, hieß es. In Österreich gebe es keine Mordfälle, die mit der Gruppe in Verbindung gebracht werden. Es gebe auch keinen Hinweis auf weitere Verdächtige.

DPA/AP/kbe


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