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Berlin-Friedrichshain Heftige Krawalle – in der Rigaer Straße brennen Barrikaden

Eine Barrikade brennt in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain
Eine Barrikade brennt in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain. Die linksradikalen Bewohner eines teilbesetzten Hauses hatten zuvor Widerstand gegen eine Brandschutzprüfung angekündigt.
© Andreas Rabenstein / DPA
Die Situation an einem besetzten Haus in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain ist erneut eskaliert. Vordergründig geht es um eine Brandschutzprüfung, die sich die Bewohner nicht gefallen lassen wollen.

In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain ist die Lage einen Tag vor der geplanten Brandschutzbegehung eines teilweise besetzten Hauses eskaliert. Unterstützer der Bewohner errichteten am Mittwoch Barrikaden und zündeten diese an.

Die Polizei war am Vormittag mit einem Räumpanzer und einem Wasserwerfer vor dem verbarrikadierten Haus im Einsatz. Damit löschten die Einsatzkräfte Brände und räumten Barrikaden weg, die Unterstützer des Hauses errichtet hatten, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Flammen lodern und Steine fliegen in der Rigaer Straße

"Unsere Einsatzkräfte & die @Berliner_Fw werden nicht durchgelassen. Stattdessen werden sie angegriffen & mit Steinen beworfen, u.a. von den Dächern. Um das Feuer sicher zu löschen, setzen wir Wasserwerfer & Räumtechnik ein", schrieb die Polizei auf Twitter.

Die teilweise brennenden Barrikaden bestanden aus Müll, Fahrrädern, Absperrgittern und Stacheldraht. Es habe zahlreiche Steinwürfe gegeben, berichtete ein dpa-Reporter. Zudem flogen Böller durch die Luft und explodierten in der Rigaer Straße. Die Straße war vor dem verbarrikadierten Haus zeitweise in Rauchschwaden gehüllt.

Im Internet schrieben die Unterstützer des teilbesetzten Hauses: "Die Verteidigung der Rigaer94 hat begonnen." Und weiter: "In dieser Minute wird die Straße verbarrikadiert und eine autonome Zone eingerichtet, um die Rote Zone des Senats zu verhindern. Kommt schnell vorbei." Nach Polizeiangaben waren rund 200 Beamte vor Ort.

Am Donnerstag soll die Brandschutzbegehung durch Eigentümer-Vertreter in der Rigaer Straße 94 erfolgen. Die Polizei verhängte deshalb für die Zeit zwischen Mittwochnachmittag und Freitagabend bereits ein Versammlungs- und Parkverbot für Teile der Straße. Dem kamen die Unterstützer der Bewohner mit ihren Barrikaden jedoch zuvor. Zugang zum abgesperrten Bereich haben laut dem polizeilichen Versammlungs- und Parkverbot nur Anwohner.

Die Bewohner des Hauses hatten sich mit einem Eilantrag gegen die Begehung zu wehren versucht, scheiterten damit jedoch am Dienstag vor dem Berliner Verwaltungsgericht. Die Anordnung des Bezirks zur Duldung der Begehung sei nicht zu beanstanden, teilte das Gericht mit. Es liege eine dringende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor.

Treffpunkt für linksextreme Szene in Berlin

Seit Jahren gibt es Streit um das seit 1990 besetzte Haus, das als Treffpunkt der linksextremen Szene gilt. Schon mehrmals kam es etwa bei Durchsuchungen zu Ausschreitungen.

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anb AFP DPA

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