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Sachsen-Anhalt Wahlbeteiligung steigt wieder


Das sonnige Frühlingswetter scheint die Wähler in Sachsen-Anhalt zu animieren. Bis zum frühen Nachmittag gaben deutlich mehr Menschen ihre Stimme bei der Landtagswahl ab als vor fünf Jahren. Die Befürchtungen eines neuen Negativrekords trafen damit nicht ein.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine deutlich größere Wahlbeteiligung ab. Bis Sonntagnachmittag 16 Uhr gaben nach Angaben des Landeswahlleiters 40 Prozent der zwei Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2006 hatten zu diesem Zeitpunkt lediglich 31 Prozent der Wähler die Wahllokale aufgesucht. Die Wahlbeteiligung in dem fünftkleinsten Land ist seit Jahren im Sinkflug und lag 2006 bei 44 Prozent.

Derzeit regiert in Sachsen-Anhalt eine CDU/SPD-Koalition. Eine Fortsetzung ist laut letzten Umfragen problemlos möglich. Die SPD möchte mit dem derzeitigen Finanzminister Jens Bullerjahn aber gern selbst den Ministerpräsidenten stellen. Das wäre allerdings nur in einer Koalition mit den Linken möglich, die zudem beim Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei den Kürzeren ziehen müssten. Bullerjahn hatte im Wahlkampf eine rot-rote Koalition als Juniorpartner abgelehnt.

CDU in Umfrage vorn


In den Umfragen lag die CDU zuletzt mit 32 Prozent unangefochten vorn. Bei der Wahl 2006 erreichte sie 36,2 Prozent. Linke (2006: 24,1) und SPD (2006: 21,4) würden laut Umfragen jeweils auf 24 Prozent kommen. Die Grünen (2006: 3,6) könnten es diesmal ins Parlament schaffen. Sie sind dort seit 1998 nicht mehr vertreten. Die FDP (2006: 6,7) lag zuletzt bei 5 Prozent. Unklar ist, ob die rechtsextreme NPD den Einzug in das Parlament schafft.

Die Spitzenkandidaten gaben bis zum Mittag ihre Stimmen in ihren Heimatorten ab. Finanzminister Bullerjahn ging in Ahlsdorf gemeinsam mit seiner Frau zur Wahl. CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff wählte gemeinsam mit seiner Familie samt Enkeln im Wittenberger Neuen Rathaus. Der Wirtschaftsminister will Nachfolger des scheidenden Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer werden, der aus Altersgründen nicht mehr antritt.

Böhmer weist auf Bedeutung der Wahlbeteiligung hin


Böhmer wies bei seiner Stimmabgabe in Wittenberg auf die Bedeutung der Wahlbeteiligung an diesem Sonntag hin. Gut gelaunt witzelte er zudem in seinem Wahllokal in einem Arbeitsamt über den bevorstehenden Ruhestand. Der 75-Jährige ist seit Mai 2002 Ministerpräsident. Der Spitzenkandidat der Linken, Wulf Gallert, ging in Magdeburg zur Landtagswahl. FDP-Spitzenkandidat Veit Wolpert ging im Ortsteil Rösa der Gemeinde Muldestausee an die Wahlurne, die oberste Wahlkämpferin der Grünen, Claudia Dalbert, in Halle.

Reuters/DPA DPA Reuters

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