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Linken-Parteitag: Antifaschisten attackieren Wagenknecht mit Schokotorte

Tortenangriff auf Sahra Wagenknecht: Beim Linken-Parteitag in Magdeburg haben Aktivisten einer Initiative namens "Torten für Menschenfeinde" der Fraktionschefin einen Schokoladenkuchen ins Gesicht geworfen.

Sahra Wagenknecht nach dem Angriff in der Parteitagshalle in Magdeburg

Sahra Wagenknecht nach dem Angriff auf ihrem Platz in der ersten Reihe der Parteitagshalle in Magdeburg. Die Attacke fand während der Eröffnungsrede von Parteichef Bernd Riexinger statt.

Sahra Wagenknecht ist auf dem Linken-Parteitag in Magdeburg mit einer Torte beworfen worden. Ein junger Mann drängte sich laut Augenzeugen vor die erste Reihe, in der die Fraktionschefin der Partei saß, und warf der 46-Jährigen eine braune Cremetorte mitten ins Gesicht. Zu der Aktion bekannte sich eine "Antifaschistische Initiative 'Torten für Menschenfeinde'".

Parteikollegen schirmen Sahra Wagenknecht ab

Wagenknecht beugte sich voller Tortenreste im gesamten Gesicht leicht nach vorne. Die neben ihr sitzende Parteichefin Katja Kipping und Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch schirmten die Ehefrau von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine umgehend ab. Bartsch begleitete sie schließlich durch einen Seitenausgang aus der Halle. Dort sammelte sich Wagenknecht erst einmal und entfernte die gröbsten Spuren. Anschließend zog sie sich in ihrem Hotel um.

Die Attacke fand während der Eröffnungsrede von Parteichef Bernd Riexinger statt, der seine Ansprache mit den Worten "Was ist denn da los" unterbrach.

Auf dem Parteitag der Linken wurde Sahra Wagenknecht mit einer Torte beworfen

Angreifer sehen Konsens zwischen Linspartei und AfD

In ausgeteilten Flugblättern zogen die Aktivisten eine Linie von Wagenknecht zur AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Beide teilten nicht nur die Torte im Gesicht, so der Zettel. Ein als Clown verkleideter Mann hatte die AfD-Politikerin bei einer nicht-öffentlichen Sitzung der AfD-Programmkommission im Februar in Kassel mit einer Torte beworfen.

In dem Flugblatt wird Wagenknecht vorgeworfen, sie sei wie die AfD bemüht, den "Volkszorn" in politische Forderungen zu übersetzen. Zwischen AfD und Linken gebe es einen "nationalen Konsens". Wagenknecht hatte Kritik auf sich gezogen mit der Position, nicht alle Flüchtlinge könnten nach Deutschland kommen.

Eine Parteisprecherin sagte, es werde Anzeige gegen eine Frau und einen Mann erstattet. Ordner hätten die Täter des Geländes verwiesen. Die Täter stammten augenscheinlich aus "linken Strukturen". Sie hätten sich als Pressevertreter angemeldet.

"Das war ein Angriff auf uns alle"

Riexinger, Kipping und Bartsch verurteilten den Angriff scharf. Gewalt sei kein Mittel der Auseinandersetzung, sagte Riexinger. Kipping erklärte: "Das war nicht nur ein Angriff auf Sahra, das war ein Angriff auf uns alle." Wagenknecht sei klar gegen Rassismus und Diskriminierung. Sie habe wie alle Linken im Bundestag geschlossen "gegen die Verstümmelung des Asylrechts" gestimmt. "Wir weisen geschlossen zurück, was hier in diesem Wisch steht", sagte Kipping mit Bezug zu dem Flugblatt unter dem Applaus der mehr als 500 Delegierten.

Bartsch erklärte: "Das ist nicht links, das ist auch nicht antifaschistisch, das ist asozial, das ist hinterhältig, das ist dumm."

mad / DPA / AFP