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Sarrazins umstrittene Thesen: Koch: "Nur noch Verbalradikalismus und Tabubrüche"

Unerträgliche Äußerungen, Verbalradikalismus. Mit scharfen Worten hat der scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin kritisiert.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin wegen dessen Äußerungen zu muslimischen Einwanderern scharf kritisiert. "Die Äußerungen Sarrazins sind unerträglich", sagte Koch der "Bild am Sonntag". Damit stelle er sich "völlig ins Abseits". Zwar spreche Sarrazin "durchaus vorhandene Probleme an, denen die Gesellschaft nicht ausweichen darf". Ihm selbst gehe es aber offenbar nur noch um "Verbalradikalismus und Tabubrüche", sagte Koch.

Sarrazin, der auch SPD-Mitglied ist, vertritt in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" die These, dass muslimische Einwandererfamilien überproportional von Sozialleistungen profitierten und keinen Beitrag zum Wohlstand leisteten. SPD-Chef Sigmar Gabriel und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles legten Sarrazin wegen seiner umstrittenen Äußerungen einen Parteiaustritt nahe. Der Bundesbank-Vorstand kündigte allerdings an, SPD-Mitglied bleiben zu wollen.

APN / APN