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Schuldenkrise: FDP-Politiker will Griechenland umbenennen

Neue Verfassung, neues Image, neuer Name. Der FDP-Europaabgeordnete Jorgos Chatzimarkakis plädiert für einen radikalen Neuanfang Griechenlands.

Der FDP-Europapolitiker Jorgos Chatzimarkakis hat sich für einen kompletten Neuanfang in Griechenland mit einer Umbenennung des Landes ausgesprochen. Chatzimarkakis sagte "Bild.de": "Der Name Griechenland steht bei vielen in Europa für ein kaputtes politisches System, Vetternwirtschaft. Im Zuge eines ehrlichen Neuanfangs sollte die griechische Verfassung neu geschrieben und das Land in allen Sprachen konsequent "Hellas" genannt werden. Das Land braucht ein neues Image."

Der FDP-Politiker sagte weiter: "Das politische System in Griechenland ist und bleibt geprägt von Vetternwirtschaft. Die Klientelpolitik ist noch viel tiefer im täglichen Leben verwurzelt als bisher gedacht. Die Politiker vermitteln auch weiterhin Jobs im Staatsdienst oder andere kleine Gefälligkeiten gegen Wählerstimmen. Das jetzige System muss komplett zerfallen und gegen ein neues ersetzt werden." Chatzimarkakis warnte vor dramatischen Entwicklungen in dem von Pleite bedrohten Land.

"Wollen wir einen Armutskrieg in Griechenland riskieren?"

Vieles erinnere derzeit an die Politik von Reichskanzler Heinrich Brüning am Ende der Weimarer Republik, Griechenland brauche jetzt Wachstum und neue Jobs, sagte der Europapolitiker. Chatzimarkakis: "Die Mittelschicht verarmt zunehmend. In Athen gibt es mittlerweile 30.000 Obdachlose. Schon jetzt konkurrieren an Athener Müllhalden die Ärmsten der Griechen und illegale Einwanderer um Nahrungsreste. Wollen wir einen regelrechten Armutskrieg in Griechenland riskieren? Wollen wir zulassen, dass Menschen für Nahrung töten?"

Der FDP-Mann war zuletzt wegen seiner Doktorarbeit in die Schlagzeilen geraten. Die Universität Bonn hatte Chatzimarkakis den Doktortitel aberkannt, weil in seiner Dissertation in zahlreichen Fällen Plagiate gefunden wurden. Er selbst hatte die Philosophische Fakultät der Uni Bonn im Mai vergangenen Jahres um Prüfung seiner Doktorarbeit gebeten, nachdem im Internetforum "VroniPlag" Plagiatsvorwürfe gegen ihn aufgetaucht waren.

nik
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