HOME

Deutschland: So unterschiedlich verdienen Azubis in den verschiedenen Bundesländern

Dass die Lehrjahre nicht gerade eine Goldgrube sind, ist kein Geheimnis. Die regionalen Unterschiede im Verdienst der Azubis sind laut einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung jedoch erheblich. Wenig ist eben nicht gleich wenig. 

Auszubi-Gehälter in Deutschland

Zwei Landschaftsgärtner-Auszubildende bei der Arbeit. Die Auszubi-Gehälter in Deutschland variieren stark in den verschiedenen Bundesländern.

Picture Alliance

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres weist die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung auf die großen regionalen Unterschiede bei der tariflichen Vergütung der Azubis hin. So würden Auszubildende im Kfz-Handwerk in Brandenburg im dritten Lehrjahr nur 660 Euro bekommen - in Baden-Württemberg hingegen 956 Euro, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Stiftung am Mittwoch mitteilte.

Eine große Rolle für das Lehrlingsgehalt spiele zudem, ob ein Betrieb nach Tarif bezahlt oder nicht. Laut Rechtsprechung darf die Vergütung nicht mehr als ein Fünftel unter den örtlichen Tarifen liegen. "In der wachsenden Anzahl nicht-tarifgebundener Betriebe werden jedoch häufig deutlich niedrigere Vergütungen gezahlt, da die Angemessenheit eines bestimmten Vergütungsniveaus kaum transparent ist", erklärte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Daher sei ein gesetzlicher Azubi-Mindestlohn, wie er im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien vereinbart ist, sinnvoll.

Azubi-Gehälter variieren stark zwischen Ost und West

Doch auch Tarifverträge variieren je nach Region deutlich. So bekommt ein Azubi im Bauhauptgewerbe im dritten Lehrjahr im Westen 1475 Euro, im Osten nur 1190 Euro. Bei den Hotels und Gaststätten liegt der Tiefstwert in Sachsen-Anhalt bei 750 Euro, der Spitzenwert in Hessen bei 1000 Euro. Im Einzelhandel sind es 810 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 1020 Euro in Hamburg.

sve / DPA