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Spitzenkandidaten für Berlin-Wahl: Ohne "Bussi-Bussi" gegen Wowi

Renate Künast (Grüne) und Harald Wolfe (Linke) treten bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gegen Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) an. Beide Herausforderer wurden von ihren Parteien als Spitzenkandidaten gewählt. Künast kündigte harte Auseinandersetzungen an - und führt in den Umfragen.

Die Herausforderer von Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) stehen fest. Die Grünen nominierten am Samstag offiziell Bundestagsfraktionschefin Renate Künast zur Spitzenkandidatin. Die 55-Jährige erhielt auf einer Mitgliederversammlung 91,3 Prozent der Stimmen. Die Berliner Linke zieht mit Wirtschaftssenator Harald Wolf an der Spitze in den Wahlkampf. Eine Vertreterversammlung wählte den 54-Jährigen ebenfalls am Samstag mit 89,9 Prozent zum Spitzenkandidaten.

Nach einer am Sonntag vom Magazin "Focus" veröffentlichten Emnid-Umfrage würden derzeit 29 Prozent der Berliner die Grünen wählen. Die SPD liegt bei 27 Prozent. Die CDU kommt auf 20, die Linke auf 14 und die FDP auf 3 Prozent. Damit würde die FDP nicht ins Landesparlament kommen. Auch eine Neuauflage der rot-roten Koalition wäre nicht möglich.

Künast, deren Spitzenkandidatur bereits seit Monaten feststand, zeigte sich überzeugt, dass die Grünen nach der Abgeordnetenwahl am 18. September den Regierungschef stellen werden: "Wir werden so stark werden, dass die Berliner uns das Steuer in die Hand drücken." Nach den jüngsten Umfragen sind die Grünen mit 28 Prozent derzeit stärkste Kraft in Berlin, die SPD erhielte 26.

Künast kündigte eine harte Auseinandersetzung an: "In diesem Wahlkampf wird es nicht mehr Bussi-Bussi geben." Der Senat habe in den vergangenen neun Jahren keines der drängenden Probleme bei Klimaschutz, Wirtschaft und Bildung gelöst. "Die Menschen wollen, dass wir Verantwortung übernehmen und dass wir die Probleme anpacken."

Der Diplom-Politologe Wolf führt seit August 2002 das Ressort für Wirtschaft und Frauen im rot-roten Senat der Hauptstadt. Wolf war bereits 2006 Spitzenkandidat seiner Partei. Derzeit erreicht die Linke in Umfragen 15 Prozent. Für eine dritte rot-rote Koalition würde das nach der Wahl nicht reichen.

Die FDP nominierte am Freitagabend ihren Landes- und Fraktionschef Christoph Meyer. Die Liberalen liegen in Umfragen bei 3 Prozent. Die CDU hatte schon im Februar den Landes- und Fraktionsvorsitzenden Frank Henkel zum Spitzenkandidaten gekürt. Sie rangiert in den Umfrage bei 21 Prozent.

cjf/DPA / DPA