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Berlin-Wahl: Grüne in Umfragen weiter vorne

Die Grünen konnten bei Umfragen zur Wahl in Berlin ihre Werte weiter verbessern: Mit 28 Prozent sind sie derzeit stärkste Partei. Im direkten Vergleich liegt der amtierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vor Herausforderin Renate Künast (Grüne). Beste Voraussetzungen für ein grünes Rotes Rathaus.

Gute fünf Monate vor der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses sind die Grünen nach einer aktuellen Umfrage wieder stärkste Partei. Unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan und dem Wahlerfolg in Baden-Württemberg erreichten sie in der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap 28 Prozent. Sie verbesserten sich damit im Vergleich zum Februar um fünf Prozentpunkte. Die SPD lag bei 26 Prozent, sie verschlechterte sich damit um zwei Punkte. Die CDU büßte ebenfalls zwei Punkte ein und kam auf 21 Prozent. Die Linke verlor einen Prozentpunkt und erreichte 15 Prozent. Die FDP verharrte wie im Februar bei drei Prozent und würde damit den Wiedereinzug in das Abgeordnetenhaus nicht schaffen.

Infratest dimap befragte für die "Berliner Morgenpost" und die RBB-"Abendschau" Anfang April 1000 Berliner Wahlberechtigte. Sollten die Kräfteverhältnisse bis zur Wahl am 18. September so bleiben, könnte Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast Regierende Bürgermeisterin werden und SPD-Amtsinhaber Klaus Wowereit ablösen. Die Grünen könnten entweder mit der SPD oder theoretisch auch mit der CDU als Juniorpartner regieren. Die Grünen hatten bereits im Herbst 2010 in Umfragen vor der SPD gelegen, die sie danach aber wieder überholen konnte. Die derzeitige rot-rote Koalition in Berlin ist der Umfrage zufolge derzeit mit 41 Prozent weit von einer Mehrheit entfernt.

Im direkten Vergleich lag allerdings Wowereit klar vor seiner Herausforderin Künast. Trotz der Einbußen für die SPD bewerteten 61 Prozent der Befragten die Arbeit des Regierenden Bürgermeisters positiv, das waren neun Prozentpunkte mehr als im Februar. Mit der Arbeit Künasts, die derzeit Grünen-Fraktionschefin im Bundestag ist, zeigten sich 44 Prozent der Befragten zufrieden, ein Plus von einem Punkt im Vergleich zum Februar. Würde der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt direkt gewählt, hätte Wowereit gegenüber Künast mit 55 zu 30 Prozent klar die Nase vorn.

mm/AFP / AFP