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Lauterbach zum assistierten Suizid: Ärzte sollen helfen dürfen - auch beim Sterben

Sollen Todkranke sterben dürfen, wenn sie es wollen? Die Mehrheit der Deutschen ist dafür. Karl Lauterbach (SPD) und Peter Hintze (CDU) wollen es Ärzten erlauben, beim Suizid zu helfen.

Von Lutz Kinkel

Will den "Sterbetourismus" in die Schweiz überflüssig machen: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach

Will den "Sterbetourismus" in die Schweiz überflüssig machen: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach

Darf ein unheilbar Kranker auf eigenen Wunsch sterben - und wenn ja: Wie soll das gehen? Ein Gruppe Bundestagsabgeordneter um den SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und den Bundestagsvizepräsidenten Peter Hintze hat sich des heiklen Themas angenommen und einen Vorschlag zur Sterbehilfe erarbeitet, der an diesem Donnerstag in Berlin präsentiert wird. Kernstück ist die Legalisierung des sogenannten "asstistierten Suizids". Sprich: Ärzte sollen den Betroffenen helfen dürfen, sich selbst zu töten. Wobei der Patient die entscheidende Handlung selbst ausführen muss. "Wenn er es nicht selbst tun kann oder will, sollte es auch niemand anderes tun", sagt Lauterbach. Das unterscheidet seinen Vorschlag von noch liberaleren Regelungen, wie sie zum Beispiel in den Niederlanden und Belgien praktiziert werden: Dort kann der Arzt auch aktive Sterbehilfe leisten, also die tödliche Spritze setzen.

Lauterbach schätzt, dass "deutlich unter tausend" Todkranke jedes Jahr vor dieser letzten Entscheidung stehen. Wie das Sterben konkret ablaufen soll, ob der Kranke eine Apparatur betätigen oder Tabletten schlucken muss, lässt Lauterbach in einem Interview mit dem stern offen. "Es gibt keine Vorgaben, technisch sind viele Arten des assistierten Suizids denkbar", sagt er. "Sobald ein Arzt beteiligt ist, sinkt in jedem Fall das Risiko, dass die Selbsttötung misslingt. Das passiert häufig, wenn sich jemand allein umbringen will oder einen Helfer hat, der davon nichts versteht."

Möglichkeit, den Qualen zu entkommen

Voraussetzung für die Sterbehilfe soll sein, dass der Patient eine tödlich verlaufende Krankheit hat, volljährig ist und sich über seinen Handlungen im Klaren ist. Außerdem soll das Vier-Augen-Prinzip gelten, es muss also ein zweiter Arzt hinzu gezogen werden, um den Fall zu begutachten. Bislang verbietet das Standesrecht einzelner Ärztekammern den Medizinern jedwede Beihilfe zum Freitod. Deswegen plädieren Lauterbach, Hintze und Kollegen dafür, das Bürgerliche Gesetzbuch entsprechend zu ändern.

Lauterbach ist davon überzeugt, dass die assistierte Selbsttötung geradezu ethisch geboten ist. "Der medizinische Fortschritt hat dazu geführt, dass selbst Patienten mit Multi-Organ-Versagen und Metastasen im ganzen Körper noch leben. Diese Menschen steuern auf einen Tod zu, der früher überhaupt nicht vorstellbar war", sagt er dem stern. Ein Betroffener könne aus dem Wissen, dass er aus dem Leben scheiden könne, sogar Kraft schöpfen - "Allein deshalb, weil er nicht ständig darüber nachdenken muss, wie er es anstellen kann, den Qualen zu entkommen." Die Gruppe um Lauterbach und Hintze will mit dem legalen assistierten Suizid auch das Geschäft dubioser Sterbehelfer unterbinden und den "Sterbetourismus" in die Schweiz überflüssig machen.

Entscheidung Ende 2015

Mitte November wird der Bundestag in einer sogenannten "Orientierungsdebatte" über das Thema sprechen. Da es sich um eine Gewissensfrage handelt, sind Fraktionszwänge aufgehoben. Neben Lauterbach und Hintze werden auch andere noch vor der Bundestagssitzung ihre Vorschläge präsentieren. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) etwa forder ein Totalverbot der organisierten Sterbehilfe. Die gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe soll im vierten Quartal 2015 stattfinden.

Das vollständige Interview...

Den vollständigen Augenzeugenbericht der jungen Australierin Clair MacDougall mit Aufnahmen der französischen Fotografin Bénédicte Kurzen finden Sie im aktuellen stern.

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... mit Karl Lauterbach über assistierten Suizid lesen Sie im neuen stern, der ab Donnerstag erhältlich ist.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.