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stern-RTL-Wahltrend: Die Grünen schrumpfen auf elf Prozent

Heftiges Gerangel in der Opposition: Die Werte der Grünen fallen auf ein Jahrestief, die Linke ist erstmals seit zwei Jahren zweistellig. Und die schwarz-gelbe Koalition bleibt vorn.

Mitten in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs müssen die Grünen einen Einbruch in der Wählerstimmung hinnehmen. Im stern-RTL-Wahltrend sacken sie im Vergleich zur Vorwoche um 2 Prozentpunkte auf 11 Prozent ab. Es ist ihr schlechtester Wert seit Mitte Oktober 2012. Die Linke dagegen steigt auf ein Zwei-Jahreshoch: Sie klettert um 2 Punkte auf 10 Prozent. Zuletzt hatte sie einen so hohen Wert im stern-RTL-Wahltrend im Juli 2011. Keine Änderung gibt es bei der SPD: Für sie wollen wie in der Vorwoche 22 Prozent der Wähler stimmen. Alle drei Oppositionsparteien zusammen liegen somit bei 43 Prozent.

Die meisten Stimmen kann weiter die Union sammeln. Wie in der Vorwoche erzielt sie 41 Prozent. Die FDP verschlechtert sich um 1 Punkt auf 5 Prozent. Zusammen erreichen die Regierungsparteien 46 Prozent.

Nicht im Parlament vertreten wären die Piraten, die bei 3 Prozent stagnieren, sowie die Alternative für Deutschland (AfD), die ebenfalls 3 Prozent erhält, 1 Punkt mehr als in der Vorwoche. Auf sonstige kleinere Parteien entfallen 5 Prozent.

Dreieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September hätte die Koalition bei einem derartigen Wahlergebnis mit einem Vorsprung von 3 Punkten im Parlament eine regierungsfähige Mehrheit.

Die Folgen des Veggie-Days

Zugpferd für die Union ist nach wie vor Kanzlerin Angela Merkel. Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 56 Prozent für die CDU-Chefin entscheiden, minus 1 Punkt im Vergleich zur Vorwoche. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bleibt mit unverändert 21 Prozent weit abgehängt. 23 Prozent der Bürger wählten die Alternative "keinen von beiden".

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte, mit einem Wert von 11 Prozent seien die Grünen auf ihre Kernwählerschaft zurückgefallen. Dem stern sagte er: "Offenbar war es eine Fehlspekulation der Partei, dass sie neben den drei Gutmenschenthemen Umwelt, Frauen und Frieden noch die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes stellte. Davon profitiert die Linke, die dafür seit Langem trommelt und dieses Thema auch gekonnt plakatiert." Den Grünen könnte seiner Ansicht nach aber auch die Debatte über den Veggie-Day geschadet haben, die ihr Image einer Bevormundungspartei beförderte. Die Diskussion über ein neues Hilfspaket für Griechenland habe der AfD leichten Zulauf beschert. Der Meinungsforscher zum stern: "Da sich ihre Wähler nicht klar bekennen, kann ihr wahrer Wert etwas höher sein."

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 20. und 26. August 2013 für den stern und RTL 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Matthias Weber / print