HOME

stern-RTL-Wahltrend: Schwarz-Gelb hängt alle ab

Vier Wochen vor der Wahl bauen Union und FDP ihren Vorsprung aus: Gemeinsam hätten sie eine regierungsfähige Mehrheit. Der Grund? Merkel vermittele Sicherheit, sagt Meinungsforscher Güllner.

Viereinhalb Wochen vor der Bundestagswahl haben Union und FDP ihren Vorsprung gegenüber SPD, Grünen und Linken ausgebaut. Im stern-RTL-Wahltrend kommen sie zusammen auf 47 Prozent. SPD, Grüne und Linke erzielen gemeinsam nur 43 Prozent. Bei einem derartigen Wahlergebnis hätten Union und Liberale im Parlament eine klare regierungsfähige Mehrheit.

Die Werte im einzelnen: Die Union kann sich im Vergleich zur Vorwoche um 1 Punkt auf 41 Prozent steigern. Auch die FDP gewinnt 1 Punkt hinzu und klettert zum vierten Mal in diesem Jahr auf ihr bisheriges Jahreshoch von 6 Prozent. Die SPD fällt in dem stern-RTL-Wahltrend, der bis einschließlich Montag dieser Woche erhoben wurde, um 1 Punkt erneut auf ihr Jahrestief von 22 Prozent. Wie in der Vorwoche wollen den Grünen 13 Prozent und der Linken 8 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Die Piraten stagnieren bei 3 Prozent. Auf sonstige Parteien entfallen 7 Prozent der Wählerstimmen (minus 1).

Keine Wechselstimmung

In der ersten Wahlkampfwoche nach ihrem Sommerurlaub hat Kanzlerin Angela Merkel wieder deutlich an Ansehen gewonnen. Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 57 Prozent von ihnen für die CDU-Chefin entscheiden, ein Plus von 3 Punkten gegenüber der Vorwoche. 21 Prozent ziehen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vor, 2 Punkte weniger als in der Woche zuvor. Die Alternative "keinen von beiden" wählten 22 Prozent der Befragten.

Die derzeit guten Chancen von Schwarz-Gelb auf einen erneuten Wählerauftrag erklärt Forsa-Chef Manfred Güllner damit, dass die meisten Deutschen nicht glaubten, ein Kabinett Steinbrück/Trittin könne es besser machen als die derzeitige Regierung. Zudem profitiere die Koalition von der Beliebtheit der Kanzlerin. Der Forsa-Chef zum stern: "Merkel schafft es, den Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Sie sorgt in den Augen der Leute dafür, dass die Eurokrise nicht zu sehr auf den Alltag durchschlägt, sie verkörpert ökonomische, innere und äußere Sicherheit. Da bleibt das Gros der Wähler lieber beim Bewährten und scheut das Wechselexperiment."

Gerede über Große Koalition nutzt FDP

Sollte die Debatte über eine mögliche große Koalition andauern, könnte dies nach Ansicht des Meinungsforschers vor allem der FDP nützen: Sie könne dann konservative Wähler damit locken, dass nur sie ein Garant für die Fortsetzung der Koalition sei.

Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 13. und 19. August 2013 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten.

Matthias Weber / print