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stern-Umfrage: Deutsche wollen von der Leyen nicht als Kanzlerin

Sie drängt Deutschland in eine neue Rolle als Ordnungsmacht. Und will sich damit als Merkels Nachfolgerin profilieren. Doch eine Kanzlerin Ursula von der Leyen will eine Mehrheit der Deutschen nicht.

Von Axel Vornbäumen

Nur für jeden dritten Deutschen (33 Prozent) käme die amtierende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als mögliche Nachfolgerin für Kanzlerin Angela Merkel in Frage. 63 Prozent der Bundesbürger dagegen können sich nach einer Forsa-Umfrage für den stern nicht vorstellen, dass die CDU-Politikerin das Zeug zur Kanzlerin hat – darunter sogar 61 Prozent der Anhänger der Unionsparteien.

Dass Ursula von der Leyen durchaus als Regierungschefin taugt, meinen vor allem die Anhänger der Grünen mit 50 Prozent und die über 60-Jährigen mit 42 Prozent. Bei den Jüngeren kommt die Verteidigungsministerin offenbar nicht so gut an: 72 Prozent der 18- bis 29-Jährigen können sich von der Leyen nicht als Merkel-Nachfolgerin vorstellen.

Höhere Aufgaben im Visier

Von der Leyens energischer Einsatz für Waffenlieferungen der Bundeswehr in den Nord-Irak wird im Berliner Regierungsbetrieb durchaus auch unter dem Aspekt gesehen, dass sich die Verteidigungsministerin im Amt für noch höhere Aufgaben profilieren will. Die Ministerin gilt als ehrgeizig, will Avantgarde sein. Von der Leyen war die erste, die angesichts der Gräueltaten, die von den selbst ernannten Gotteskriegern des "Islamischen Staates" (IS) verübt werden, deutsche Waffenlieferungen öffentlich nicht ausschloss. Bislang war dies tabu. Sie selbst nennt den Schwenk in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik eine "Veränderung der Grundhaltung".

Von der Leyen hatte bei der Regierungsbildung im Herbst vergangenen Jahres das ihr ursprünglich von Angela Merkel angebotene Gesundheitsministerium aus Prestigegründen abgelehnt. Die Kanzlerin bot ihr daraufhin das Wehrressort an – von der Leyen willigte ein und wurde damit die erste Frau in der Geschichte Deutschlands, die an der Spitze des Verteidigungsministeriums steht.

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Datenbasis für Umfrage: Das Forsa-Institut befragte am 21. und 22. August 2014 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

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