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Streit über möglichen Euro-Austritt Griechenkoller in der Koalition


Wie hältst Du's mit dem Grexit? Schwarz-gelbe Koalitionspolitiker prügeln munter aufeinander ein - Außenminister Westerwelle meint gar, die Hellenen vor CSU-"Mobbing" schützen zu müssen.

Das Stichwort heißt "Grexit." Das Für und Wider eines Austritts der Griechen aus der Eurozone sorgt in den Parteien der deutschen Regierungskoalition für mächtig Streit. So hat der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet FDP und CSU "Verantwortungslosigkeit" in der Griechenland-Diskussion vorgeworfen. Namentlich kritisierte Laschet in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und den bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU). "Es ist völlig unverantwortlich, wenn von außerhalb Griechenlands ein Austritt herbeigeredet wird - besonders von einem Wirtschaftsminister", sagte Laschet Reuters. Wenn Rösler behaupte, ein Austritt hätte seinen Schrecken verloren, übersehe er die Dimension der Entscheidung. Es drohe etwa die Destabilisierung eines Nato-Partners, worauf Russland nur warte. "Ist uns das alles egal? Es hängt also sehr viel mehr an einer Entscheidung als nur die Frage, ob Griechenland die Kriterien erfüllt", warnte Laschet unter Hinweis auf den im September erwarteten Troika-Bericht von IWF, EZB und EU-Kommission.

"Das Mobbing muss aufhören"

Der Chef des größten CDU-Landesverbandes lobte statt dessen das klare Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer weiteren griechischen Euro-Mitgliedschaft. "Die Aussage der Kanzlerin war sehr wichtig, dass man alles tun will, um Griechenland in der Eurozone zu halten", sagte Laschet mit Blick auf das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras. "Jedenfalls hat die Kanzlerin die Debatte auch in der Koalition beendet, ohne über ein Ausscheiden Griechenlands zu spekulieren", fügte der CDU-Politiker hinzu.

Die Haltung der Kanzlerin wiederum hinderte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt keineswegs daran, am Wochenende von einem unabwendbaren Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone zu sprechen. Der "Bild am Sonntag" sagte Dobrindt, an einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone führe aus seiner Sicht kein Weg vorbei. Darauf reagierte offenbar der im norwegischen Oslo weilende Außenminister Guido Westerwelle recht harsch. "Es ist falsch, vor dem Bericht der Troika ohne ausreichende Faktenlage über Griechenland zu urteilen", sagte der FDP-Politiker am Samstag in Oslo. "Das Mobbing gegen einzelne Euro-Länder aus parteipolitischem Kalkül muss aufhören."

DPA/Reuters DPA Reuters

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