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Teileröffnung des Pannenflughafens BER: Im März sollen die ersten Flieger abheben

Auf dem Hauptstadtflughafen BER sollen ab März 2014 die ersten Maschinen abgefertigt werden. Maximal zehn Flüge pro Tag sind geplant. Davon profitieren werden vor allem zwei Airlines.

Nach zahlreichen Pannen soll der neue Hauptstadtflughafen BER im März kommenden Jahres teilweise den Betrieb aufnehmen. Diesem Vorhaben stimmte der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg zu, wie Aufsichtsratskreise bestätigten. Zuvor hatte Geschäftsführer Hartmut Mehdorn mitgeteilt, dass er eine Teileröffnung mit bis zu zehn Flugzeugen täglich plane.

Einem Gegenkonzept des Technikchefs #link;http://www.stern.de/panorama/horst-amann-91491439t.html;Horst Amann# erteilte das Kontrollgremium eine Absage, wie Flughafensprecher Ralf Kunkel mitteilte. Nach seinen Vorstellungen sollte der Großflughafen auf einen Schlag komplett in Betrieb genommen werden.

Damit die ersten Maschinen nach den Vorstellungen Mehdorns tatsächlich abheben können, muss zuvor der Nordpier saniert werden. Dafür wurde nach Angaben des Geschäftsführers in dieser Woche der Bauantrag gestellt. Von der Teileröffnung profitieren zunächst nur die beiden Charterfluggesellschaften Air Germania und Condor.

Nach wie vor kein Termin für Gesamteröffnung

Eine Anreise der Fluggäste per Bahn wird nach Angaben Mehdorns zunächst nicht möglich sein. Allerdings werde den Passagieren ein Parkhaus zur Verfügung stehen. Ein Shuttle soll die BER-Fluggäste zudem zum alten Flughafen Schönefeld befördern, um eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sicherzustellen.

Weiterhin plant Mehdorn, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen. Später sollen zuerst die Fluggesellschaften aus Tegel zum Neubau umziehen, anschließend Schritt für Schritt die Airlines vom bestehenden Schönefelder Flughafen.

Einen Terminplan für die Gesamtfertigstellung will Mehdorn in den nächsten zwei bis drei Monaten dem Aufsichtsrat vorlegen. "Das muss ein Termin sein, den wir risikofrei erreichen können." Dazu werden zwei neue Bauleiter eingesetzt, wie in Branchenkreisen zu hören war: die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, und der Architekt Hany Azer, mit dem Mehdorn schon den Berliner Hauptbahnhof baute. Sie ersetzen zwei Vertraute Amanns.

Verhandlungen mit Siemens

Die Inbetriebnahme des neuen Großflughafens, dessen Kosten sich auf mindestens 4,3 Milliarden Euro belaufen, wurde bislang vier Mal verschoben - zuletzt im Januar. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutz-Anlage. Laut Mehdorn rede die Flughafengesellschaft zurzeit mit Siemens über eine Fertigstellung der Entrauchungsanlage. Der Vertrag solle in den kommenden Wochen unterzeichnet werden.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gab unterdessen den Vorsitz im BER-Aufsichtsrat ab. Er zieht sich Ende August aus der Politik zurück. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übernahm zunächst als stellvertretender Vorsitzender die Leitung des Gremiums. Der neue Vorsitzende soll Ende Oktober auf der nächsten Aufsichtsratssitzung gewählt werden.

cob/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters