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Bitterböse Satire: Toter Flüchtlingsjunge auf Wahlplakat: Die Partei empört mit "makabrem Schwachsinn"

Die Satire-Politiker der Partei sorgen mit einem Wahlplakat für Aufregung. Der Kreisverband Dresden hat ein Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi plakatiert. Dabei habe man sich an der "Feelgood-Kampagne der CDU orientiert".

Sonneborn Wahlplakat

Im Netz ist die Aufregung groß: Einige halten die satirische Plakatwerbung für "menschenverachtend" und "makaberen Schwachsinn" - andere für "das ehrlichste Wahlplakat in diesem Wahlkampf". Die Partei von Ex-"Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn hat ein Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi plakatiert. Das Motiv mit dem syrischen Jungen, der auf der Flucht starb und an einem türkischen Strand fotografiert wurde, ging 2015 um die Welt und löste seinerzeit eine medienethische Debatte aus.

In Anspielung an einen CDU-Wahlkampfslogan steht dazu: "Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen." Das Layout suggeriert, dass es sich um ein Wahlplakat der Union handeln könnte, unter dem ein altes Poster der Partei klebt.

Wahlplakat an "Feelgood-Kampagne der CDU orientiert"

Der Kreisverband , der das Motiv plakatiert hat, veröffentlichte bereits eine Stellungnahme dazu - mit gewohnt satirischem Einschlag: "Beim Erstellen des Plakats haben wir uns an der Feelgood-Kampagne der CDU orientiert und das Strandbild mit den meisten Klicks gesucht", erklären die Satire-Politiker. "Das Ergebnis hat uns auch überrascht, aber wie Grüne, AfD und Co. zeigen: Kinder machen sich immer gut."


Die Stellungnahme samt Plakatmotiv wurde von Facebook teilweise mehrmals gelöscht, berichtet der Kreisverband auf dem sozialen Netzwerk. "Das passt natürlich in die aktuelle Situation, Schicksal und Tod von Flüchtlingen aus Wahlkampf und Öffentlichkeit herauszuhalten", so Parteichef und Ex-"Titanic"-Chefredakteur Martin Sonneborn zum Branchendienst "Meedia". "Aber im Gegensatz zu GroKo Haram wollen wir eine Diskussion über das anhaltende große Sterben." Die Kritik aus dem Netz solle man daher ans Kanzleramt adressieren, so Sonneborn.

Vater des toten Kindes: "Es macht mich traurig"

"Es macht mich traurig, wenn ich das Foto in einem solchen Zusammenhang sehen muss", kommentiert Abdullah Kurdi, der Vater des toten Flüchtlingsjungen, auf "Bild.de" die Aktion. Angela Merkel sei 2015 die "einzige Politikerin auf der Welt" gewesen, die wirklich Verantwortung übernommen habe. "Ich bin ihr trotz unseres Dramas bis heute dankbar, dass Deutschland so viele Menschen aufgenommen hat. Ich finde es schlimm, dass ihr mit dem Foto jetzt solche Vorwürfe gemacht werden", sagte Kurdi dem Boulevardblatt.


fs

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