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NRW-Staatskanzlei Türkische Medien veröffentlichen Laschet-Interview – das offenbar nie geführt wurde

Armin Laschet (CDU), Kanzlerkandidat der Union und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
Armin Laschet (CDU), Kanzlerkandidat der Union und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
© Rolf Vennenbernd / DPA
Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, bekundet in einem Interview seine Liebe zur Türkei – nur: Das Gespräch, das in türkischen Medien veröffentlicht wurde, hat offenbar nie stattgefunden.

Türkischsprachige Medien haben ein Interview mit Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) veröffentlicht, das offenbar nie stattgefunden hat. Das berichtete die "Welt" und beruft sich dabei auf Angaben der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen. 

Demnach sei das Gespräch am vergangenen Montag zunächst auf der Nachrichtenseite "Brandday" veröffentlicht worden, bevor am Dienstag eine Zusammenfassung auf der Titelseite der Europaausgabe des Boulevardblattes "Sabah" gelandet sei.

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bekundet darin seine große Liebe zur Türkei, wie die "Welt" weiter berichtet. Darüber hinaus wolle er sich für ein "sehr ernsthaftes Partnerschaftsabkommen" mit dem Land einsetzen. Im Falle seiner Wahl würde der Kanzlerkandidat der Union eine Koalition mit der SPD präferieren.

NRW-Staatskanzlei: Gespräch mit Laschet hat nicht stattgefunden

Auf Anfrage der "Welt" teilte die Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen mit, dass das Gespräch mit dem Ministerpräsidenten nicht stattgefunden habe. Weder handele es sich um ein autorisiertes Interview, noch habe Laschet überhaupt mit dem Interviewer gesprochen. 

Armin Laschet, Kanzlerkandidat der CDU, stellt sich den Fragen in der Gesprächsreihe "Brigitte Live"

Faruk Sen, der Betreiber der Internetseite "Brandday" und Autor des vermeintlichen Gesprächs, habe eine Anfrage der Zeitung bislang unbeantwortet gelassen. Das Boulevardblatt "Sabah", die das angebliche Laschet-Interview auf die Titelseite hob, habe hingegen erklärt, die vermeintlichen Aussagen nur von "Brandday" übernommen zu haben. "Nach der Erlaubnis, das Interview in Teilen und mit Quellenangabe abdrucken zu können, wurde es veröffentlicht", zitiert die "Welt" den Deutschland-Chef der Zeitung.

Quellen:"Welt"

fs

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