TV-Duelle Westerwelle im falschen Film


Dass er bei einem "kleinen Fernsehduell", dem von der ARD geplanten "B-Movie", auftreten soll, passt dem FDP-Chef Guido Westerwelle gar nicht. Beim "Baumwallgespräch" bezeichnete Westerwelle im Gespäch mit stern-Chefredaktuer Andreas Petzold dieses Demokratieverständnis als "lustig".

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle stoßen die geplanten Fernsehduelle vor der Bundestagswahl übel auf. Dass die Kandidaten der Opposition sich in einem "B-Movie" getrennt von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier duellierten müssten, sei ein "Witz" und zeuge von einem "lustigen Demokratieverständnis", sagte Westerwelle im "Baumwallgespräch", einer Veranstaltungsreihe des Hamburger Verlags Gruner + Jahr.

Vor der Wahl am 27. September plant die ARD ein "kleines Fernsehduell" mit den Spitzenkandidaten von Grünen, Linken und FDP. Wie und wo das "große Duell" ausgetragen wird, ist noch offen. Einen Plan, alle Kandidaten in einem Duell zu vereinen, wie Westerwelle fordert, gibt es aber nicht. Wenn im russischen Staatsfernsehen die Opposition beim entscheidenden Duell nicht dabei sei, "dann hätten wir mal wieder Zweifel. Wenn aber im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sich die Regierung in ein Selbstgespräch begibt, benutzt sie auch noch das Wort Duell", kritisierte der Liberale im Gespräch mit stern-Chefredakteur Andreas Petzold. Im "A-Movie" würden die Spitzen der aktuellen Regierung ihre Politik loben, im "B-Movie" die Oppositionsführer Oskar Lafontaine (Linke), Renate Künast (Grüne) und er selbst Kritik üben. Westerwelle: "Das ist ja lustig."

Einer Ampel-Koalition mit SPD und Grünen erteilte der FDP-Chef eine klare Absage. Er habe persönlich nichts gegen die Spitzen von Rot und Grün, aber einfach "die nüchterne Erkenntnis, dass es nicht zusammenpasst". Den Grünen warf Westerwelle "Fundamentalismus" vor, die SPD rücke immer weiter nach links.


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