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Ukraine-Krise: Bundesregierung dementiert Geheimgespräche mit Putin

Torpediert die Kanzlerin die internationalen Sanktionen gegen Russland durch Geheimgespräche mit Putin zur Lösung der Ukraine-Krise? Das berichtet der "Independent". Die Bundesregierung dementiert.

Die Bundesregierung hat einen britischen Zeitungsbericht über angebliche Geheimverhandlungen mit Moskau in der Ukraine-Krise dementiert. "Der Bericht entbehrt jeder Grundlage", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Donnerstag. Die Tageszeitung "Independent" meldete, Kanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin arbeiteten an einem geheimen Plan zur Lösung des Konflikts in der Ukraine.

Unter der Überschrift "Land für Gas" schrieb die Zeitung am Donnerstag, zunächst solle Moskau den prorussischen Separatisten die finanzielle und militärische Unterstützung entziehen. Im Gegenzug werde die umkämpfte Region in der Ostukraine mehr Selbstbestimmungsrechte erhalten. Die Ukraine werde zusichern, nicht der Nato beizutreten. Putin seinerseits soll versprechen, die Handelsbeziehungen der Ukraine mit der EU nicht zu stören.

Blatt beruft sich auf "Insider"

In einem zweiten Schritt soll Russland dem Bericht zufolge der Ukraine einen langfristigen Deal mit dem Gaslieferanten Gazprom anbieten. Zudem soll Moskau eine Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen, da der Ukraine nach dem Wegfall der Krim künftig Einnahmen durch die russische Schwarzmeer-Flotte entgehen. Bedingung für diesen Plan wäre, so schreibt der "Independent", dass die internationale Gemeinschaft die Annexion der Krim anerkennt.

Eine Bestätigung für diesen angeblichen Friedensplan hat die Zeitung nicht. Sie beruft sich auf "Insider", die über die Verhandlungen Bescheid wissen sollen.

dho/DPA / DPA