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Umfrage zum TV-Duell Keine Lust auf Stefan Raab


Soll er oder soll er nicht? Stefan Raab wird wohl das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück moderieren. Einer Umfrage zufolge halten die meisten Deutschen überhaupt nichts von der Idee.

Die meisten Deutschen (61 Prozent) wollen einer Umfrage zufolge nicht, dass der Moderator und Entertainer Stefan Raab das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück mitmoderiert.

Das ergab eine repräsentative Emnid-Befragung für "Bild am Sonntag": Demnach wollen nur 34 Prozent Raab bei dem Fernsehduell vor der Bundestagswahl am 22. September dabei haben. Auch bei den Jüngeren (14 bis 29 Jahre) gebe es eine knappe Mehrheit gegen Raab (51 zu 48 Prozent). Größte Raab-Gegner sind den Angaben zufolge Sympathisanten der Grünen: Sie lehnten Raab zu 77 Prozent ab. Emnid befragte laut Zeitung am 14. Februar bundesweit 503 Personen.

Auch Kanzerlerkandidat Peer Steinbrück zeigte sich zunächst skeptisch. Steinbrück erklärte gegenüber "Bild", Raab mache höchst erfolgreich Unterhaltungssendungen im Fernsehen, die sich viele mit Vergnügen ansähen. "Er ist kein politischer Journalist", gab der Sozialdemokrat zu bedenken. Deshalb habe er auch den Vorschlag von Edmund Stoiber, Stefan Raab solle ein TV-Duell moderieren, nicht aufgegriffen. Steinbrück hatte sich in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Mittwoch zunächst gegen Raab als Moderator ausgesprochen: Politik sei "keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft".

Raab nimmt Politiker scharf ins Visier

Er weiß bestimmt, worüber er redet: Entertainer Stefan Raab hat die mediale Inszenierung einiger Politiker kritisiert. "Ich habe bei manchen das Gefühl, sie verkaufen ihr letztes Stückchen Seele für drei Oma-Stimmen", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Raab zeigte sich "überrascht, wer sich so alles zu erbärmlichen Promo-Aktionen hinreißen lässt".

Namentlich griff Raab Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an. Wenn diese ihre Kinder vor die Kameras lasse, sei das "armselig". Damit könne er nichts anfangen.

Raab freut sich auf die Aufgabe

Nach der Zustimmung von Peer Steinbrück hatte am Freitag auch Angela Merkel bestätigt, sich nicht in die Moderatorenauswahl der Sender einmischen zu wollen. "Ich freue mich auf diese Aufgabe", sagte Raab. "Und ich kann alle Befürchtungen anderer zerstreuen, dass das Abendland dann untergeht."

Nach Informationen der "Bild" gibt es mit dem 8. September bereits einen festen Termin für ein TV-Duell. Seibert versicherte dagegen, der Zeitpunkt müsse noch geklärt werden. Die Bundestagswahl ist am 22. September.

ds/DPA/AFP DPA

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